Dorsten (eib). Wie geht es weiter in Dorstens „Guter Stube“? Bücher oder Bekleidung? Seitdem die Buchhandelskette Thalia angekündigt hat, am Marktplatz eine Filiale zu eröffnen, sieht sich das Bekleidungshaus Mensing in der Defensive: Muss es weg?
Glaubt man den Ausführungen des Hausbesitzers, dem fast die gesamte Breitseite des Marktplates gehört, dann ist der Mietvertrag „form-und fristgerecht“ gekündigt worden. Das jedenfalls erklärt Wilhelm Schürholz. Der Mieter weiß angeblich nichts davon. Mensing geht davon aus, einen bis zum 30. Juni 2012 gültigen Vertrag zu haben.
Schürholz, schon seit 200 Jahren am Marktplatz vertreten, hatte das Modegeschäft erstmals 1969 verpachtet, vor 20 Jahren war Mensing eingestiegen, das seit 1959 ein Geschäft auf der Lippestraße hatte. Zuletzt war von großen Umbauplänen die Rede, sogar von einem Totalabriss bis auf die klassische Straßenfront. Doch das dementierte Mensing-Chef Stephan Reken.
Inzwischen erklärt er, man denke an größere Umbauten und Renovierungen. Denn im Grunde besteht Mensing im Innern aus mehreren Gebäuden. Für Thalia sieht er keinen Platz – außer ein paar Tischen im Hinterhof.
Die Buch-Handelskette Thalia will aber was anderes: 800 qm auf zwei Ebenen; 1200 qm stehen insgesamt zur Verfügung. Dabei ist die Innenstadt mittlerweile mit mehreren Buchhändlern bestückt – das war früher ganz anders. Der Neue müsste sich den Markt auf Kosten der Einzel-Anbieter erobern.
Eigentlich war ein Buchhändler im Zusammenhang mit der Neubebauung des Lippetores eingeplant. Doch da ist noch nicht einmal klar, wer überhaupt den Alt-Komplex ersteigert. So lange will Thalia nicht warten.
Wenn der Mietvertrag für Mensing tatsächlich ausläuft, dann wäre das Bekleidungshaus noch mit einem Herren-Geschäft am Ende der Lippestraße vertreten. Insgesamt hat die Niederlassung in Dorsten 35 Mitarbeiter.
Die Juristen nehmen jetzt das Thema in die Hand, in der neuen Woche soll verhandelt werden.

