
Haltern. Drei Tage lang fanden im nordrhein-westfälischen Parlament erstmalig Sitzungen des Jugendlandtags 2008 statt. Was im Bundestag und anderen Ländern schon Gang und Gäbe ist, soll sich nun auch in NRW etablieren. Landtagspräsidentin Regina van Dinther hoffte zum Abschluss jedenfalls auf eine baldige und regelmäßige Wiederholung der erfolgreichen Veranstaltung.
Unter den rund 500 Bewerbern für die 187 Abgeordnetensitze war auch der Halterner Hendrik Griesbach (l.). Den 17-Jährigen hatte der CDU-Abgeordnete Josef Hovenjürgen (r.) eingeladen, der seinen Parlamentsstuhl aus dem Wahlkreis besetzen sollte. „Schon nach meiner Zusage habe ich ständig per E-Mail Informationen zu den Jugendparlamentstagen bekommen“, berichtet Griesbach. Schließlich habe er sich in die Themen einarbeiten müssen, die in Fraktionssitzungen, Arbeitskreisen und schließlich im Plenum diskutiert wurden. Zur Meinungsbildung lud die Landesregierung Experten ein.
Am ersten Tag erkundeten die jungen Leute den Landtag, bevor sich die Fraktionen zur ersten Sitzung trafen. „Wie im realen Parlamentsablauf wählten wir zunächst einen Vorsitzenden.“ Griesbach, der in der Halterner Jungen Union stellvertretender Schriftführer und im Ortsverband Haltern-Mitte bereits als Beisitzer aktiv ist, beurteilt die Organisation im rheinischen Landtag mit einem sehr gut. „Wir sind bestens betreut worden, auch wenn nötig bei unseren Sitzungen“.
Die Ergebnisse aus dem Plenum zur „verpflichtenden Einrichtung von Jugendparlamenten in Kommunen“: Alle Fraktionen waren im Prinzip dafür, allerdings variierten die Kompetenzbereiche. Und zum „Werbeverbot an Schulen“ wünschen die Jugendfraktionen keine Manipulation im neutralen Raum Schule, dulden allerdings Sponsoring durch Firmen in gewissem Umfang.
Das soll in die Arbeit der hauptamtlichen Parlamentarier einfließen und demnächst in den Landtagsausschüssen diskutiert. Für den Elftklässler des Joseph-König-Gymnasiums, der gern sein Engagement in der Kommunalpolitik ausweiten möchte, ein spannendes Erlebnis, weil „man mehr Spaß an politischer Arbeit hat, wenn man Erfolg sehen kann“.

