Marl. Als Kinderschänder und Vergewaltiger war ein 36-jähriger Marler angeklagt worden (Marl Aktuell berichtete). Doch das Landgericht Essen sprach den Mann frei: Die Beweise reichten für eine Verurteilung nicht aus.
Die Stieftochter soll er mehrfach sexuell missbraucht, die Ex-Frau angeblich brutal vergewaltigt haben. Im August 2012 hatte sich das Paar getrennt, lange Streitigkeiten waren dem vorausgegangen. Dennoch lebte man unter einem Dach. Die Strafanzeige wurde erst im Dezember 2012 gestellt, die Taten sollen schon zwischen 2007 und 2012 begangen worden sein. Zwei Belastungszeugen vernahmen die Richter. Für die Staatsanwaltschaft stand danach fest: Die Anklage stimmt, deshalb stellte sie einen Strafantrag 45 Monate Freiheitsentzug. Auch die Anwältin, die die Interessen der Ex-Ehefrau und der Stieftochter vertrat, war überzeugt, dass die Übergriffe nicht etwa erfunden waren.
Das Gericht beriet zweieinhalb Stunden und sprach dann den Angeklagten frei. Es folgte damit dem Argument des Verteidigers: Der Angeklagte habe sich nichts vorzuwerfen.

