
Marl. Am gestrigen Freitag war es wieder so weit: Marl stand im bundesdeutschen Mittelpunkt, die Grimme-Preise wurden verliehen. Die Festivitäten im Theater (Verleihung) und im Institut (Nachfeier) sind der jährliche Höhepunkt. Und nun soll auch die Zeit dazwischen, die Arbeitszeit, deutlich aufgewertet werden. Das Land übergibt dem Grimme-Institut mehr Aufgaben.
Damit wird eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grüne in NRW umgesetzt. Medienministerin Angelica Schwall-Düren hatte das Institut gelobt: Herausragende Bedeutung, hohe Glaubwürdigkeit, Schlüsselinstitution. Deshalb gibt es jetzt eine neue Ausrichtung und mehr Geld. Letztes Jahr wurde der Zuschuss bereits auf eine Million Euro verdoppelt.
Zusätzlich sollen damit Forschung und Wissenschaft finanziert werden. Dass es deutlich mehr Geld gibt, bestätigt Instituts-Direktor Uwe Kammann. Allerdings seien es keine Million. Das Ministerium bestätigt: Aus dem Landesetat könne man nicht schließen, dass das Geld unmittelbar an das Grimme-Institut fließe.
Die Finanzlage ist kompliziert. Denn die Landesanstalt für Medien (LfM) soll direkt Geld an Grimme überweisen. Die Anstalt wehrt sich gegen diese Anweisung. Derzeit wird das Landesmediengesetz überarbeitet, die endgültige Fassung steht noch aus.
Das Institut finanziert sich außerdem aus Aufträgen aus der freien Wirtschaft. Auf 30 Mitarbeiter ist die Mannschaft angewachsen seit dem Zusammenschluss mit dem Europäischen Zentrum für Medienkompetenz (ecmc). Noch mehr Personal oder eine Vergrößerung des Gebäudekomplexes stehen nicht zur Diskussion, so Kammann.
Der 63-Jährige wird sich nun um die Verleihung des 50. Grimme-Preises im nächsten Jahr kümmern. Danach geht er in den Ruhestand. Die Suche nach einem Nachfolger hat schon begonnen.

