Marl. Zwei Messserien haben nun bestätigt: Der Bergbau ist für die Versalzung des Grundwassers in Marl-Hamm verantwortlich. Mitte 2010 wurden Verunreinigungen von Gartenbrunnen festgestellt. Bei einer größeren Anzahl von Brunnen zeigte sich ein erhöhter Salzgehalt, so dass das Wasser für die Gartenbewässerung nur eingeschränkt nutzbar ist: Die Pflanzen werden braun. Es stelle aber keine Gefährdung für Mensch und Tier dar, betont die RAG.
Die rund 60 betroffenen Anwohner haben ihre Gartenbewässerung auf Frischwasser umgestellt. Die Kosten übernimmt die RAG.
In Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg wurden 25 neue Untersuchungspegel erstellt, an denen die Leitfähigkeit gemessen wurde.
Eine erste Messkampagne Mitte des letzten Jahres deutete auf die ehemalige Grubenwasserableitung als eine mögliche Ursache für die Aufsalzung der Gartenbrunnen in Marl-Hamm hin. Die zweite Messkampagne am Anfang dieses Jahres zeigt das gleiche Bild und gibt keinen Hinweis auf einen deutlichen Rückgang der Salzgehalte. Bis Ende 2006 wurde das Grubenwasser durch den Silvert- und Sickingmühlenbach abgeleitet, wodurch Salze ins Grundwasser gelangen konnten.
Dieser Ursache sei entgegengewirkt worden, so die RAG. Die Ableitung des Grubenwassers erfolgt heute direkt in die Lippe, die Qualität des Bachwassers habe sich dadurch deutlich verbessert.
Die Aufsalzung in Marl-Hamm begünstigt haben könnte auch die Sümpfungsanlage am Friedhof Marl-Hamm. Auch hier wurde reagiert. Die Sümpfungsanlage fördert nunmehr deutlich weniger Grundwasser.
Ebenfalls wurden erhöhte Salzgehalte an einigen Pegeln weit nördlich des Silvertbaches am Westrand der Halde Brinkfortsheide festgestellt. Ursache hierfür sind wahrscheinlich Bergeschüttungen aus den 60er/70er Jahren. Hiervon sind keine Gartenbrunnen betroffen. Der Bereich wird ebenfalls weiter beobachtet.

