
Bild: Beeindruckend lang: Der Pilgerpass von Robert Kik, der seinen 2500 Kilometer langen Weg belegt.
Marl. Zweieinhalb Monate war er unterwegs, 2500 Kilometer ist er gelaufen, 16 Kilo hat er an Gewicht verloren. Jetzt ist Robert Kik wieder in Marl, zurück aus Rom, zurück von einem langen Weg, mit dem er auf sein ganz besonders Anliegen aufmerksam machen wollte und will: Die Krankheit ALS, Amyptrophe Lateralsklerose.
Es ist eine unheilbare Krankheit des motorischen Nervensystems, eine Krankheit an der der Vater von Robert Kik erkrankte. „Robbe“ nennen ihn seine Freunde und seit seiner 81-tägigen Pilgerung nach Rom hat er ganz viele davon, regelrechte Fangemeinden.
Die kennen nicht nur den sympathischen 47-Jährigen, der früher auf AV war und heute ein kleines Dienstleistungsunternehmen hat. Sie kennen jetzt auch Marl, weil er offen und gerne zu seiner Heimatstadt steht, weil er „Repräsentant der Stadt“ ist, wie Bürgermeister Werner Arndt ihn im Rathaus begrüßte.
Am 1. Juli ging „Robbe“ los, auf dem Rücken einen 24-Kilo-Rucksack. Am ersten Tag kam er bis Essen, dort bekam sein Pilgerpass den ersten Stempel. Weiter ging es über Köln, Frankfurt, München, Kitzbühl und Assisi bis Rom. Er wurde überall herzlich aufgenommen, um kostenlos eine Nacht zu schlafen. Fast überall seien die Menschen sehr freundlich gewesen „und hatten für mein Anliegen ein offenes Ohr“. Ihnen konnte er seine Geschichte erzählen und sie über die weitgehend unbekannte Krankheit ALS aufklären. In Kitzbühl hat er jetzt sogar einen Fanclub, der auf ihn im Internet aufmerksam macht.
Bei Facebook konnte man seine Pilgerreise mit verfolgen, sein Freund Jens Heise (selbst an Multipler Sklerose MS erkrankt) hat ihm bei der Seite geholfen und ein Comic als Titlelbild entworfen.
In Rom angekommen, wurde er von zwei jungen Marlerinnen am Colosseum erwartet. Nur als er sich seinen allerletzten Pilgerstempel im Vatican abholen wollte, da musste er sich erst einmal die Reihe tausender Pilger einsortieren. Doch schließlich klappte es, stolz zeigt er einen Stempel aus der Sakristei des Petersdomes. „Dorthin kommt kein Außenstehender.“
Infos: www.dgm-nrw.de, http://www.dgm.org

