
Es gab sie schon vor mehr als 2500 Jahren, doch in „freier Wildbahn“ sind sie mitlerweile ausgestorben: Es gibt keine Luftdrachen mehr. Der Vater, der mit dem Sohn aus Holzstäben, buntem Papier und einem langen Faden einen Flieger bastelt, um ihn im Herbst auf dem Stoppelfeld in den windigen Himmel steigen zulassen, diesen Vater sucht man vergebens. Vielleicht hat er sich in der Suche nach einer Bauanleitung, Versicherungsbedingungen und rechtlichen Vorgaben verfangen. Der Drache hat seine Rolle als Kinderspielzeug verloren und ist zum Hobby von halbprofessionellen Technik-Fans geworden, die mit kühnen Konstruktionen ihre Wettbewerbe durchführen. Bei uns bleibt nur wenig Platz, um zwischen Hochspannungsleitungen mit geschickten Zügen den Drachen in der Luft tanzen zu lassen.

