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Neue „Ostverbindung“: Fußgängertunnel eröffnet


Recklinghausen. 750 Kubikmeter Beton, 150 Tonnen Stahl, 2000 Kubikmeter ausgehobene Erde: Das sind die beeindruckenden Rahmendaten des neuen Tunnels am Recklinghäuser Bahnhof. Das Bauwerk, das jetzt feierlich eröffnet wurde, ist aber nicht nur ein technisches Meisterstück, sondern vor allem ein entscheidender Baustein in der Infrastruktur Recklinghausens.

„Für die Stadt ist der Tunnel ein Riesengewinn“, ist Bürgermeister Wolfgang Pantförder überzeugt. Denn der Tunnel verbindet für Fußgänger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Innenstadt mit der Ostseite des Bahnhofs. Umwege über den Oerweg nördlich des Bahnhofs oder über das Kunibertitor südlich des Bahnhofs werden dadurch überflüssig. „Davon profitieren nicht nur Bahnkunden und die Schüler des Berufskollegs auf dem Campus Vest, sondern auch alle Bürger in Recklinghausen-Ost“, sagt Pantförder.

Die Vorteile der neuen Unterführung liegen für Baudezernent Dietmar Schwetlick auf der Hand: „Wer den neuen Tunnel nutzt, spart nicht nur Zeit. Vor allem bieten wir den Bürgern nun eine sichere Querungsmöglichkeit der Gleise.“ In der Vergangenheit sei es immer wieder vorgekommen, dass der Bahndamm missbräuchlich als Übergang genutzt worden wäre. Zu erreichen ist die Unterführung von beiden Seiten neben einer Treppe auch bequem über eine Rampe.

So funktionierte der Ausbau

Begonnen wurde mit den Arbeiten vor 16 Monaten im Februar 2011, die ursprünglich geplante Bauzeit von 18 Monaten konnte somit unterschritten werden. Für die Umsetzung des Vorhabens hatte die Stadt das Ingenieurbüro IHT aus Bochum beauftragt. Zunächst wurde der Tunnel außerhalb seines späteren Einsatzortes gebaut – auf Gleisen, die für den Bahnverkehr nicht genutzt wurden.

Die Verlängerung des Tunnels unterhalb der Gleise erfolgte an einem Wochenende im Herbst im sogenannten Vorschubverfahren. Dabei hoben Spezialkräne das bereits fertiggestellte Bauwerk pneumatisch, also mit Luftdruck, zunächst an. Anschließend wurde der neue Tunnel über ein Schienensystem in die richtige Position gebracht und mit dem bestehenden Tunnel verbunden.

Das Vorschubverfahren ist ein gängiges Verfahren, um Baukosten, zum Beispiel für Verbau, Schalung oder Hilfsbrücken, zu minimieren. Nach dem Einschub erfolgten die Ausschachtungsarbeiten für das neue Tunnel-Stück.

Mit der jetzigen Eröffnung wurde der verlängerte Tunnel auch offiziell an die DB Station & Service AG übergeben, die die Unterführung in Zukunft betreiben wird. Die Rampen- und Treppenanlage verbleibt im Eigentum der Stadt.

Finanzierung

Die Kosten für die Verlängerung des Personentunnels liegen bei knapp 1,5 Millionen Euro, 300.000 Euro weniger als vor Beginn der Arbeiten kalkuliert worden war. Der Bund übernimmt 75 Prozent der Kosten und damit 1,125 Millionen Euro. Für die Stadt Recklinghausen bleibt ein Eigenanteil von 375.000 Euro.

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