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Wenn eine Feindschaft zum offenen Krieg wird

Oer-Erkenschwick. Seit Jahrzehnten sind sie einander in offener Feindschaft innig verbunden: Die Stadtspitze Oer-Erkenschwick und der Betreiber der Stimberg-und Stadthallen GmbH, Klaus Skodell. Im Frühjahr war der Eindruck verbreitet worden, diese unendliche Geschichte würde sich nun in Wohlgefallen gütlich auflösen. Ein Vergleich wurde geschlossen, nachdem Klaus Skodell vorzeitig aus seinen vertraglichen Verpflichtungen entlassen wurde und die Stadt entsprechende Ausgleichszahlungen leisten sollte, damit der Betrieb bis zur endgültigen Auflösung weitergehen kann. So war vereinbart worden, dass seitens der Stadt bis August 2011 Veranstaltungskostenentgelte in Höhe von 155.190,77 Euro gezahlt werden. 83.284,91 Euro sollten direkt an Abtretungsgläubiger fließen, der Rest sollte dem Konto des Prozessbevollmächtigten Skodells, Dr. Wolfgang Wesener gutgeschrieben werden. Allerdings hängt diese Zahlung davon ab, dass die Hallen inklusive Inventar ordnungsgemäß an die Stadt herausgegeben werden, und zwar bis zum 31. Juli. Und hier liegt wohl der Knackpunkt. Denn die Stadt Oer-Erkenschwick steht auf dem Standpunkt, dass bislang trotz mehrfacher Aufforderung eine Übergabe nicht erfolgt ist. Sie hat eine Räumungsverfügung anhängig gemacht.

Dagegen haben laut Dr. Wolfgang Wesener seit dem Frühjahr vier Besichtigungstermine stattgefunden, eine Abnahme seitens der Stadt sei nicht erfolgt. Die Stadtspitze macht Renovierungsansprüche in Höhe von mindestens 250.000 Euro geltend. „Völliger Unsinn, ominöse Luftforderung“, schimpft Wesener. „Ich habe mir die Mühe gemacht und bin mit einem Kreishandwerker durch beide Hallen gelaufen. Wenn Renovierungsbedürftigkeit besteht, dann allenfalls in Höhe von 5.000 Euro.“ Doch die Stadtspitze bleibt bei ihrem harten Kurs – nicht ein Cent ist an die GmbH geflossen. Das will Wesener nicht hinnehmen und hat inzwischen einen Pfändungs-und Überweisungsbeschluss ausgebracht. Der allerdings bedarf der Zustimmung des Kreises als Aufsichtsbehörde. Auch hier gab es mehrere Termine, die entweder seitens der Stadtspitze Erkenschwicks nicht wahrgenommen oder aber nicht durchgeführt wurden.

„Ich bin das jetzt leid“, sagt Wesener, „die Angelegenheit liegt inzwischen bei der Bezirksregierung und beim Innenministerium. Wenn eine durchgeknallte Stadtspitze meint, sie könne mit mir Schlittenfahren, wird sie mich kennen lernen. Schließlich geht es auch um die Bürgerschaft, die diese Zustände ertragen muss.“

Inzwischen hat Wesener die Schlüssel zu den streitigen Hallen bei einem Notar hinterlegt. Für die Zukunft schließt der Anwalt auch eine Strafanzeige gegen Bürgermeister Achim Menge wegen Betrugs nicht aus.

Eine Stellungnahme seitens der Stadt Oer-Erkenschwick konnte nicht eingeholt werden.

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