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Schießen in Farbe

Dorsten. Scharf geschossen wird auf der Anlage am Freudenberg schon seit Jahrzehnten. Aber jetzt wird dort auch noch „sanft“ geschossen: Der Borkener Enrico Seeber hat einen Teil des Waldes gepachtet und wird dort Paintball-Wettbewerbe veranstalten. Die Teilnehmer schießen mit farbigen Gelantine-Kugeln aufeinander. Hört sich wie „Krieg spielen“ an, wird von den Teilnehmern aber als Geschicklichkeitsspiel gesehen.

Der 30-jährige Waffenhändler Enrico Seeber hat bereits eine Tennishalle in Borken für das Paintball-Spielen umgebaut, ab September wird man Paintball, Woodlands (so heißt bei der Nato das Tarnmuster für waldige Gebiete) oder Gotcha (gotcha = got you, „erwischt“) auch in Dorsten spielen können. Der Heegering Dorsten und Herrlichkeit Lembeck hat dafür ein 250 mal 150 Meter großes „Spielfeld“ zur Verfügung gestellt.

Hier werden Steine und Äste eingesammelt (damit die Spieler mit ihren Gesichtsmasken nicht so leicht fallen) und zu Deckungen aufgebaut. Rundum muss das Gelände mit Fangnetzen gesichert werden, damit die Farbkugeln (17,3 mm Durchmesser) nicht das Gelände verlassen.

Die Sicherheit und die Ausrüstung machen das Paintballspiel zu einer teuren Sache: Waffen kosten 250 Euro, 2000 Schuss Munition 50 Euro. So wird auf der Dorstener Anlage (geöffnet alle 14 Tage samstags) das Tagesticket 15 Euro kosten, das Leihen der Ausrüstung 55 Euro.

Der Hegering, der Pächter des Schießbahn-Geländes ist (das Areal gehört größtenteils dem Regionalverband Ruhr, RVR), hatte bislang alle Weiterverpachtungen abgelehnt und hat sich auch bei Enrico Seeber eine jederzeitige Kündigung vorbehalten.

Denn Paintball war nie unumstritten. Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden hatte die Regierung im Mai 2009 ein Verbot von Paintball geplant. Nach Protesten und dem Verweis, dass noch weitere Untersuchungen notwendig seien, wurden die Pläne aufgegeben.

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