
Oer-Erkenschwick (art). „Wir sind 'mal mit 'ner Band aufgetreten, die hatten keinen Schlagzeuger – genau wie wir. Der Keyboarder hat die Rolle übernommen. Das war scheiße!“, sagt der Junge mit dem Blondschopf, der sich Alexander van Nazareth nennt. Zusammen mit seinen fünf Bandkollegen macht er seit 2007 Musik. Die Band: Van Briel.
In der Gegend ist die Formation nicht unbekannt. Zumindest unter jenen, die nicht gleich zumachen, bei der Mischung aus brutalen Techno-Beats, Shouts und griffigen Gitarrenklängen. Einem Genre will sich die Gruppe nicht unterordnen, vom Mainstream sind sie aber Lichtjahre weit entfernt -„wir brauchen halt die Freiheit.“ Das Besondere wurde bereits eingangs erwähnt: Da Van Briel statt des Schlagzeugs einen Mann als DJ und einen am Synthesizer einsetzt, ist die Musik vielseitig, zuweilen psychodelisch und oft unberechenbar. Und vor allem eines: frisch. Weiterer Vorteil: „Wir müssen bei Auftritten viel weniger Zeug mit uns 'rumschleppen.“
Zur Gründungszeit, da gab's keine Auftritte. Man traf man sich ausschließlich zum Aufnehmen. Aktuell sind die sechs Jungs wieder im Studio – sie nehmen den ersten Teil ihres ersten Albums auf, jetzt ganz professionell.
Profi sein, das wollen sie alle. Deswegen gibt«s abgesehen von dem einen oder anderen Job auch nichts, was zwischen den Künstlern und ihrer Arbeit steht. „Wir sind alle Vollblutmusiker“, sagen sie und van Nazareth streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht und zuckt mit den Schultern: „Wir können ja nichts anderes“.

