
Marl. Das Spielen rund um das Hochhaus Wohnen-Ost in der Stadtmitte ist ziemlich unattraktiv. Und jetzt scheint es sogar lebensgefährlich sein. Die Tischtennis-Platten zwischen dem Gebäude und dem nahen Kaufland-Parkdeck seien überhöhten Feinstaub-Belastungen ausgesetzt, warnt die Wählergemeinschaft Grüne.
Sie beruft sich auf eine „Feinstaub-Kohortenstudie Frauen in NRW“, die einen Zusammenhang zwischen verkehrsabhängigen Schadstoffen und der Sterblichkeit an Atemwegserkrankungen aufweist. Die Erkenntnisse passten in Marls Mitte. Dort mussten für den Bau der Parkpalette Bäume verschwinden, die Zahl der Stellplätze vergrößerte sich, das Verkehrsaufkommen vervielfachte sich, das Durchlüften verschlechterte sich durch die Dachkonstruktion.
Die Bürger könnten nun verlangen, dass die Behörden Maßnahmen ergreifen. Sagt das Bundesumweltamt. Deshalb müsse der Grad der Belästigung festgestellt werden, sagen die Grünen. Eine Forderung, die jetzt der Stadtplanungsausschuss unterstützte.
Damit nicht genug. Die ganze Spielsituation rund um das Hochhaus sei völlig unzureichend, so die Grünen. Auch damit hatte sich der Ausschuss schon vor Jahren beschäftigt. Es gab eine Reihe von Ideen, allerdings unterm Strich mit mäßigem Erfolg. Eine Spielstube sollte in einer der Wohnungen eingerichtet werden. Die Idee scheiterte, weil dafür eine Nutzungsänderung nötig war. Doch die Stadt konnte nicht die Zustimmung aller Eigentümer (die meisten wohnen hier nicht) einholen. Geblieben ist der Marler Kinder-Bus (Makibu), der einmal in der Woche vorbei kommt.
Aber es ist doch genug Platz für Spielgeräte da, auf der anderen Seite, der grünen Wiese. Ja, aber das sei an planungsrechtlichen Problemen gescheitert, bedauerte Johannes Westermann (WG Grüne). Stattdessen verwies die Stadt auf andere Angebote bei Wohnen-West (am See) oder am Laubfrosch (schräg gegenüber).
Große Begeisterung, neue Spielmöglichkeiten an Wohnen-Ost einzurichten, gab es unter den Politikern nicht. Das sei doch eine Aufgabe der Eigentümergemeinschaft, meinten sie. Die könne sich nicht einfach raushalten und die Kosten bei der Stadt ablegen.
Trotzdem soll sich die Verwaltung noch mal Gedanken über Spielmöglichkeiten machen. Und natürlich die Feinstaubmessungen durchführen.

