Ausgebüxter 300-Kilo-Koloss hält Anwohner und Polizei in Atem

Marl. Wild und unternehmungslustig verhielt sich ein ausgebüxtes Rind und hielt damit die Marler Polizei am Samstag stundenlang auf Trab. Etliche Polizisten und ein Tierarzt waren damit beschäftigt, das etwa eineinhalb Jahre alte Tier einzufangen. Zuvor war es von einem Turnierplatz für Western-Reiter entkommen und dabei über einen rund 1,70 Meter hohen Zaun gesprungen. Danach spielten sich fast dramatische Szenen ab.Die Polizisten waren mit mehreren Einsatzfahrzeugen seit dem frühen Nachmittag unterwegs um das Rindvieh zu verfolgen. Auf einem Reiterhof im Marler Ortsteil Sickingmühle sollte ein Turnier für Western-Reiter stattfinden. Extra dafür waren rund 70 Jungtiere dorthin gebracht worden.Einem dieser Rinder gelang es, über den hohen Zaun zu springen und zu entkommen. Die neu gewonnene Freiheit nutzte das Rind auch prompt aus. Es lief kreuz und quer durch die Gegend und machte dabei alles nieder, was ihm in den Weg kam. Das mächtige Tier wurde so aber zur unberechenbaren Gefahr für die Bevölkerung. Verfolgt von der Polizei rannte es über die Hammer Straße quer durch Sickingmühle. Erst ein eingezäunter Garten in einem Hinterhof entschärfte die Situation. Das Tier war nun vorläufig wieder unter Kontrolle. Die Bewohner durften aus Sicherheitsgründen nicht mehr ins Haus und wurden von Nachbarn aufgenommen.
Die Polizei sicherte das Gelände ab. Auswege wurden blockiert und auf Dächern der Umgebung Polizisten mit Maschinenpistolen postiert. Alles für den Fall, dass der Vierbeiner eine erneute Flucht plant. Tierarzt Dr. Kauer aus Dorsten wurde mit einem Narkose-Gewehr dazu gerufen. Über eine Stunde dauerte es dann noch bis das Tier betäubt werden konnte. Doch noch immer wehrte sich der 300 Kilogramm schwere Koloss gegen den Zugriff. Doch letztlich wirkte die Narkose und der Brocken konnte unter Mühen in einen Transportanhänger verladen werden.
Nach rund drei Stunden war der Spuck vorbei, zurück blieben ein verwüsteter Garten und leicht geschockte Anwohner.Fotos: Bludau

