Recklinghausen/Marl/Essen. „Meine Frau benutzt meine Tochter, um mich ins Gefängnis zu bringen.“ Das ist die Erklärung eines 47-jährigen Recklinghäusers, warum ihm sexuellen Missbrauch in rund 500 Fällen vorgeworfen wird. Jetzt steht er vor dem Landgericht Essen.
Als seine Tochter sechs Jahre alt war, im August 1996, soll es angefangen haben. Damals soll er mit ihr nach Marl in den Wald gefahren sein und an ihrem Geschlechtsteil gespielt haben. Vier Jahre später, da war seine Tochter in der fünften Klasse, soll es erstmals im Auto zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Im Kinderzimmer ging es angeblich regelmäßig nachts weiter. Mit 13 soll er seine Tochter in die Halterner Discothek „Old Daddy“ mitgenommen haben. Ein Kollege habe sie dann mitgenommen zum Geschlechtsverkehr. Sieben Jahre ging das so.
Oder war es so harmlos, wie es der Angeklagte darstellt: Er habe seine Tochter im Auto in den Wald gefahren, um ihr auf einer abgelegenen Strecke das Autofahren beizubringen. Dazu habe er sie auf seinen Schoß gesetzt. Nachts im Kinderzimmer habe er lediglich seine Tochter zugedeckt. Und in die Halterner Discothek seien sie gefahren, damit sie mal sehe, wie es da zugehe. Ein junger Mann sei auch dabei gewesen.
Und warum sollte seine Ehefrau, von der er sich 2006 trennte, solche Behauptungen aufstellen? Sie sei sauer gewesen, weil er in der Türkei noch einmal geheiratet hatte. Eine Tante des Mädchens schaltete 2009 die Polizei ein. Da war der letzte Missbrauch schon sechs Jahre vorbei.

