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Moschee statt Schule: SPD will Bürgerbeteiligung

Marl. Die Marler Moschee-Diskussion nimmt Fahrt auf: In Brassert wächst der Widerstand gegen eine Umnutzung der früheren Hauptschule an der Goethestraße zur Moschee. Die SPD, in der es rumort, hat ihrer ersten Stellungnahme eine neue, ausführliche nachgeschoben: „Nutzt ein neuer Standort dem sozialen Zusammenhalt und wie wird er realisiert?“

Mehrere hundert Unterschriften sind bereits rund um die Schule zusammen gekommen. Tenor: Hier wohnen keine Muslime, hier müsse auch keine Moschee stehen. Die Anlieger sorgen sich um Wertverluste ihrer Immobilien und um Verkehrsbelästigungen.

Die Yunus-Emre-Moschee sucht seit mehr als 16 Jahren einen größeren Standort (Marl aktuell berichtete), weil es an der Sickingmühler Straße längst zu eng ist. Die Schule steht seit Jahren leer und zum Verkauf.

Die SPD beteilige sich „konstruktiv an der Lösungssuche“, stellte schreibt sie nun. Moscheegemeinden, Nachbarn, Interessengruppen, Parteien und Öffentlichkeit sollten sich aber zunächst „auf einen lösungsorientierten Dialog“ einlassen. Der neue Standort müsse eine spürbare Verbesserung der aktuellen Situation für die Gemeinde wie für die Bürger bedeuten. Es gelte „nicht gewollte Veränderungen des Stadtbildes und Strukturen im Wohnquartier bzw. Stadtteil zu verhindern“. Mit einer „intensiven Bürgerbeteiligung“ gehe es darum, einen Kompromiss zu finden.

Die Aussicht, dass die Ex-Hauptschule zur Moschee wird, ist ohnehin gering, sagen Fachleute: Die notwenigen Parkplätze (100) könnten auf dem Gelände nicht nachgewiesen werden.

Bereits Ende November 2010 hatte der Integrationsrat die Schaffung eines Beirates beschlossen, der die Erweiterung der Moscheen positiv begleiten soll. Der Vorsitzende Dursun Ucak sollte sich schriftlich an Bürgermeister Werner Arndt wenden mit der Frage, unter welchen Umständen die Nutzung der Hauptschule für die Moschee möglich ist.

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