Marl (dug). Eigentlich ist es keine Überraschung: Der mit Spannung erwartete Bauantrag für das chinesische Außenhandelszentrum in Marl wird nicht bis zum Jahresende vorliegen. Die Investoren haben sich eigenen Angaben zufolge nach „Unstimmigkeiten“ und „internen Konflikten“ neu formiert. Bürgermeister Werner Arndt liegen Schreiben von zwei Investorengruppen vor, die das Projekt angeblich weiterhin verwirklichen möchten, aber beide bis Ende dieses Jahres (entgegen einer bestehenden Vereinbarung) den Bauantrag nicht einreichen werden.
Damit verstreicht die Frist, die der Rat der Stadt Marl der ehemaligen Investorengruppe eingeräumt hatte.
Neu formiert hat sich wohl eine Gruppe um Dongjun Zhao, Geschäftsführer der HuanRen Immobilien-und Entwicklungsgesellschaft in Hangzhou und der in Marl bereits gegründeten Projektfirma DS, sowie um Xiang Chu Wang, Generaldirektor der Hongrui Group, eines Mischkonzerns für Automobilzubehör, Elektronik und Lederwaren.
Beide Investorengruppen betonen, dass sie unverändert am Bau des Außenhandelszentrum festhalten und die Zusammenarbeit mit der Stadt Marl gern fortsetzen möchten.
Zuletzt hatte die ehemalige Investorengruppe um Dongjun Zhao im September neue Pläne für das Außenhandelszentrum präsentiert und für die Vorlage des Bauantrags vom Rat der Stadt einen Aufschub bis zum 31.Dezember 2010 erhalten. Ein genehmigungsfähiger Bauantrag ist Voraussetzung für den Vollzug des Kaufvertrags über Grundstücks, das sich nach wie vor im Besitz der Stadt Marl befindet.
Es ist nun durchaus zu erwarten, dass die Verwaltung ein alternatives Nutzungskonzepte für das cirka 2,1 ha große Grundstück in verkehrsgünstiger Lage an der Herzlia-Allee entwickelt. Damit wären die Pläne für ein repräsentatives Groß-und Außenhandelszentrum endgültig vom Tisch. Vorgesehen waren Ausstellungs-und Büroräumen für über 200 chinesische Unternehmen, die im Europa-Geschäft tätig sind und von Marl aus den europäischen Markt bedienen wollen. Das Projekt war von Anfang an in der Marler Bevölkerung umstritten.

