
Ostvest (art). Vergnügte Wangen, Unterarme wie ein Bär und ein Lachen, das man so schnell nicht vergisst – haben Sie diesen Mann schon einmal gesehen? Möglich wäre es, wenn nicht gar wahrscheinlich. Denn Udo Malinowski hat es von Beruf wegen mit Menschen. Er ist Markthändler. Und Schauspieler.
Dabei fing es einmal ganz anders an. Gelernt hat der fröhliche Dattelner nämlich „Gehilfe im Steuer-und Wirtschaftsbereich“. 38 Jahre ist das her. Zwölf Jahre saß er fortan am Schreibtisch. „Dann erzählten mir Bekannte, sie wollen Ihren Marktstand aufgeben. Altersgründe“, erinnert sich Malinowski. Im Scherz sagten sie, er solle den Stand übernehmen. „Ich habe sofort ja gesagt.“
Vor allem Gefügel und Eier verkauft der 54-Jährige mit Frau Jutta, drei Angestellten und vier Lastwagen heute. Mehrmals die Woche stehen sie in vielen Städten im Vest. Das Geschäft läuft -„wenn auch nicht so gut wie früher“. Rinderwahn, Vogelgrippe und Wirtschaftskrise haben viele Märkte schrumpfen lassen.
Doch Udo Malinowski nimmt ohnehin mehr mit nach Hause, als die Tageseinnahmen: „Der Markt ist die perfekte Inspiration für mich als Schauspieler. Was man da für Menschen sieht – alles quer Beet.“ Seit 1973 steht er rund zwei Mal im Jahr mit der Theaterformation St. Amandus auf der Bühne. Texte lernt er meist hinten im Wagen, während Gattin Jutta vorne verkauft.
Ob Notar, Sultan oder trauriger Seeelefant: Der facettenreiche Dattelner hatte schon einige Rollen inne. Er erzählt gerne davon, imitiert, zitiert – und geht voll darin auf. Und er hat noch ein Ziel: „Synchronsprecher – das würde ich gerne mal machen.“
BZ: Udo Malionowskis Markenzeichen auf dem Markt: Die rote Mütze.

