Marl. Auch ohne Umbau wird die Großkreuzung Herzlia Allee/Bergstraße/Rappaportstraße ihr Gesicht verändern: Durch eine Bebauung im grünen Winkel zwischen Berg- und Rappaportstraße. Die Stadt will hier Handel, Dienstleistung und Gewerbe zulassen und einen Zugang/Zufahrt ermöglichen. Eine Hamburger-Kette soll bereits Interesse gezeigt haben.
Überlegungen, das Eckgrundstück gegenüber dem Herzlia Center zu bebauen, gab es bereits vor vielen Jahren. Doch sie wurden wieder zu den Akten gelegt. Denn unter dem Grundstück verläuft eine Vielzahl von Leitungen, teils ist die Lage nicht einmal exakt bekannt. Jedenfalls wäre ein Verlegen (für Keller und Tiefgarage) so aufwändig, dass ein wirtschaftliches Bebauen nicht mehr möglich ist. Maximal zweieinhalb Geschosse trägt der Baugrund.
Jetzt also die neue Idee, die eigentlich gar nicht neu ist. Denn schon vor zwei Jahren hatte die Verwaltung eine Änderung des Bebauungsplanes gestartet, muss das Verfahren wegen eines Formfehlers jetzt aber wiederholen.
Seit zwei Jahren laufen auch die Planungen, das Gebäude dahinter wieder zum Leben zu erwecken. Rappaportstraße 8 war früher einmal Teil des (mittlerweile aufgegebenen) Kinderzentrums. Während die anderen Gebäude längst wieder genutzt werden, zerfällt das „Haus 5“ immer weiter.
Vor zwei Jahren stellte die Awo ihr Konzept vor, das zweigeschossige Gebäude komplett umzubauen. Hierhin soll die Geschäftsstelle des Awo Stadtverbandes. Die hatte bereits 14 Jahre lang ihren Sitz in der Rappaportstraße 14, bevor sie 2005 in den Lehmbecker Weg umzog.
Den weitaus größten Teil des Zentrums (auf zwei Etagen zusammen 1300 qm) soll ein Tagesstrukturzentrum einnehmen. Ein Angebot für Erwachsene mit körperlichen, geistigen und mehrfach-Behinderungen. Hier sollen Menschen betreut werden, die nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind, jedoch Betreuung und Förderung während des Tages benötigen.
Außerdem sollen hier der Familienunterstützender Dienst, Betreutes Wohnen für psychisch Kranke, Demenz und Pflege, Betreuerische Einzelhilfe und die Wohnberatungsstelle Platz finden.
Als äußerst zeitaufwändig gestaltete sich die Finanzierung. Die Stiftung Wohlfahrtspflege wird den weitaus größten Kostenanteil übernehmen. Die Awo wird das Grundstück pachten und das Gebäude kaufen. Noch in diesem Jahr soll Arbeitsbeginn sein. Die Zustimmungen zu den Plänen hat die Stadt bereits vor zwei Jahren gegeben.

