Dorsten/Marl. Ein Recycling-Unternehmen für Leuchtstoffröhren wird demnächst das Dutzend voll machen: Es ist das zwölfte Unternehmen, dass sich im Industriepark Dorsten-Marl niederlässt. Alle anderen Unternehmen haben bereits 150 Millionen Euro an Investitionen in den Industriepark gelenkt.
Dorstens Bürgermeister Lambert Lütkenhorst schwärmt von einer „großen Erfolgsgeschichte“, Marls Bürgermeister Werner Arndt von einem „wegweisenden Vorzeigeprojekt“: Innerhalb von fünf Jahren hat die gemeinsame Projektgesellschaft, unterstützt vom Grundstückseigentümer Evonik Steag GmbH, 70 Prozent der Industriefläche (je zur Hälfte auf Dorstener und Marler Gebiet) vermarktet. 850 Menschen arbeiten hier bereits.
Weitere Ansiedlungserfolge stehen kurz bevor, erklärte Klaus Langeberg, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, bei einer Besichtigungstour des Zweckverbandes. Andere Unternehmen wie die Firma Genan, die Altreifen recycelt und einen innovativen Rohstoff für unterschiedliche Gummianwendungen herstellt, wollen sich erweitern und zusätzliche Grundstücke erwerben. Schon sich der Industriepark an den Grenzen der Kapazitäten.
Der Express- und Paketdienstleister DPD, hatte wegen der guten Anbindung an das Autobahnnetz hier eine Niederlassung errichtet. In den eineinhalb Jahren, in denen das Unternehmen im Industriepark besteht, konnte die Zustellmenge von 9.000 auf 13.500 Pakte gesteigert werden, die von 84 versicherungspflichtigen Beschäftigten bearbeitet und von 13 Speditionen zugestellt werden. Angestrebt werden bis zu 17.000 Pakete täglich. Eine Erweiterung der Filiale ist nicht ausgeschlossen.
Noch in diesem Jahr wird die Firma Refat, die ein innovatives, wirtschaftlich tragfähiges Verfahren zur Altfettaufbereitung nutzt, die Errichtung der Betriebsgebäude abschließen und in Betrieb gehen.
Die Endi-AG, die im Januar ihren ersten Spatenstich für den Bau einer Großbiogasanlage hatte, kündigte nun für den September den tatsächlichen Baustart an.
Monatelang sah man keine Aktivitäten, plötzlich war auch noch das Bauschild weg. Letzteres hatte eine einfache Erklärung: Es war vom Sturm umgerissen worden.
Die Verzögerung erklärt die Endi-AG mit „zusätzlichen Maßnahmen der Bodenverbesserung“, die ein gesondertes Baugrundgutachten geliefert hätt. Bereits der Lembecker Bernhard Loick, der zuvor hier eine Großbiogasanlage bauen wollte, hatte die Verzögerung mit Bodenproblemen begründet.
Nach Aussagen der Endi-AG ist es erforderlich, einen Teil der Fläche zwei Meter tief auszuheben und mit Schotter schichtweise aufzufüllen und zu verdichten. Diese zusätzlichen Maßnahmen führten zu einer Verzögerung des geplanten Baubeginns um rund sechs bis acht Wochen.
Das Werk will nach einjähriger Bauzeit seine Biogas-Produktion aufnehmen.

