Herten. Vier Jahre und drei Monate Haft – das ist das Urteil, das das Landgericht Essen gegen eine 39-jährige Hertenerin verhängt hat. Sie hatte ihre zehnjährige Tochter mehrfach zum Sex gezwungen (das Sonntagsblatt berichtete).
2007 hatte der Freund der Angeklagten das Kind erstmals sexuell missbraucht. Zuvor hatte er die Mutter durch Schläge gezwungen, ihr Kind an den Händen festzuhalten. Zweieinhalb Jahre später drehte sie drei Videos mit ihrer mittlerweile zwölfjährigen Tochter.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte die Mutter dem Gericht ihre Lebensgeschichte: Wie sie, verheiratet, mit ihren vier Kindern ihre Familie verließ, um zu ihrem Geliebten nach Gelsenkirchen zu ziehen, der auch schon eine Frau hatte. So führte man eine Ehe zu dritt.
Aber dem Gericht wurde nicht klar, warum es trotz aller Gewalt (ausgedrückte Zigaretten auf der Haut der Frauen) nicht möglich gewesen war, den Täter zu verlassen. Erst im März dieses Jahres ging die Angeklagte mit der Frau des Täters in ein Frauenhaus. Dabei nahmen sie 11.000 Euro mit.
Der Freund bestreitet die Taten. Er wird wegen dieser Vorwürfe (und anderer Delikte) im September vor Gericht stehen.

