Joachim Jürgens mit dem Fernseh-Team auf dem verseuchten Areal.Herten (mc/dug). Die geplante Emscher-Renaturierung bekommt auf Hertener Gebiet eine weitere ökologische Brisanz. Im Süden der Stadt wurden in den 1980er Jahren erhebliche Mengen an Gichtgasschlamm, ein äußerst giftiger Coctail, vergraben – mit Genehmigung des Kreises und des damaligen Oberkreisdirektors Rudolf Petzely. Genau dort soll aber die renaturierte Emscher demnächst friedlich plätschern.Eine Anfrage des Ratsherrn Joachim Jürgens (Hertener Fraktions Bündnis, HFB.) brachte das Dilemma ans Licht. Er will von der Stadt Herten wissen, ob die Altlasten nachträglich entsorgt werden müssen und wer die Kosten trägt. Eine Frage, die bereits jetzt größere Wellen in dem so friedlichen Gewässer schlägt. Jetzt hatte Jürgens Besuch von einem Team des WDR. Die Fernsehleute zogen direkt zum „Tatort“ und wie bestellt zog ein Rattenkadaver im Emscherwasser an der Linse vorbei. Schon waren die gruseligen Aufnahmen im Kasten.
Drei Stunden war das Team mit den Aufnahmen beschäftigt. Vom Team erfuhr Jürgens auch, dass von der RAG als Rechtsnachfolger des Verursachers (die damalige Bergbau AG Lippe), bis dahin noch keine Stellungnahme zu erhalten gewesen sei.„Eigentlich muss die Giftgrube abgetragen werden“, sagt Jürgens. Denn daraus sickere seit Jahren Gift in die Emscher. Doch da stellt sich die Frage nach den Kosten und wer sie trägt. Nach Ansicht des Lokalpolitikers ist nach dem Verursacherprinzip die Ruhrkohle AG in der Pflicht. Doch Jürgens befürchtet, dass die Kosten an der Kommune hängen bleiben und über höhere Abwassergebühren den Hertenern auferlegt werden.Insgesamt 32.000 Kubikmeter Material aus Kokerei- und Hochofenrückständen wurden damals im Städtedreieck Herten/Gelsenkirchen/Herne ausgebracht, einem Landsschaftsschutzgebiet. Genehmigt war allerdings nur das Abkippen von „steinlosem Aushub“.Der Beitrag, den der WDR im Hertener Süden gedreht hat, wird am Montag, 9. August in der Lokalzeit (19.30 Uhr) gezeigt werden.

