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Bis zum neuen Lippe-Bett dauert es noch Jahre

Marl. Das Ziel gibt es schon lange, jetzt liegen konkrete Pläne vor: frühestens 2012 kann es losgehen mit der Verlegung der Lippedeiche zwischen der Lippramsdorfer Straße und dem Oelder Weg. Die sind laut Gutachten auf Dauer nicht sicher, eine Verlegung soll der 4,3 Kilometer langen Lippe deutlich mehr Platz zu geben, insgesamt werden 49 Hektar überplant.

Die Deiche sind notwendig, weil sich durch den Bergbau die ganze Landschaft seit 1962 um bis zu 13 Meter abgesenkt hat. Vor einigen Jahren warnte bereits der Lippeverband. Daraufhin wurden die Deiche um 75 Zentimeter erhöht und Auguste Victoria verzichtete auf einen Abbau unmittelbar unter dem Deichbereich.

Jetzt sind auf der Nordseite völlig neue Dämme geplant, im Süden Veränderungen und Verstärkungen. 50 bis 80 Meter werden sie verlegt, der Abstand zur Lippramdsdorfer Siedlung Mersch wird aber nach den neuesten Plänen 300 Meter betragen und nicht mehr (wie in früheren Überlegungen) nur 100 Meter.

2,5 Millionen Kubikmeter Erde müssen für die Arbeiten bewegt werden. Erst werden im Norden die neuen Dämme gebaut (Von der Lippramsdorfer Straße im Westen bis westlich des Oelder Weges, wo der Damm in den Lippeauen ausläuft). Dann wird der alte Damm abgetragen und zum größten Teil zum Auffüllen des bis zu sechs Meter tiefen Lippebettes verwendet und um eine Landschaft zu modellieren – sonst würde zwischen den Dämmen lediglich ein riesiger Senkungssee entstehen.

Der Lippeverband hat seine Pläne in dieser Woche im Marler Grünflächen-Ausschuss vorgestellt, am 16. Juni werden sie im Stadtentwicklungsausschuss von Haltern präsentiert (Haltern ist größtenteils betroffen), am 23. Juni im Marler Stadtplanungsausschuss.

Schon seit 2004 wird an den Plänen gearbeitet, insbesondere die Abstimmung mit dem Chemiepark, der auf der Südseite Anlagen unmittelbar am heutigen Damm hat, gestalten sich sehr schwierig. Die Linienführung wurde deshalb angepasst.

2007 sollte bereits mit den Arbeiten begonnen werden, weil die Dämme nach einem Gutachten den Kohleabbau bis 2015 nicht verkraften würde. Doch bislang sind noch nicht einmal die Kostenverteilungen geklärt. Der Lippeverband setzt auf den Bergbau als Verursacher der notwendigen Arbeiten und auf das Land NRW.

2012 könnten die Planungen abgeschlossen sein, in vier bis fünf Jahren will AV die Abbauarbeiten unter den Dämmen beenden. Die Deich-Arbeiten würden dann siebeneinhalb Jahre dauern. Letzteres weiß man schon recht genau – alles andere ist noch in der Schwebe.

Übrigens wird die Brücke im Zuge des Oelder Weges (Lippramsdorfer Brücke) nun doch erhalten bleiben. Vor zwei Jahren sollte sie abgerissen werden, doch die Chemiepark-Belegschaft aus Richtung Haltern (300) protestierte, weil sie nicht mehr den Parkplatz südlich der Lippe ansteuern konnte, sondern einen fünf Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen sollte.

Die Brücke wurde nicht mehr benötigt, die Straße sollte zur Gemeindestraße herabgestuft werden, die Brücke wäre dann zur Hälfte an die Städte Haltern und Marl gefallen (die Stadtgrenze verläuft mitten auf der Lippe). Inzwischen hat sich Infracor zur Übernahme der Brücke entschieden, weil mit ihr auch noch eine Rohrleitung verbunden ist. Der Kreis gibt sie ab und legt sogar noch Geld drauf. Schließlich hätte ein Abriss den Kreis 350.000 Euro gekostet.

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