Werbe hier
Veröffentlicht in

Nicht von allen Spinnern geht Gefahr aus

Vest. Kahlgefressene Büsche und weiche Wattewolken an Bäumen sorgen für Verunsicherung: Die Bürger sorgen sich, dass der Eichenprozessionsspinner (EPS) sich im großen Stil ausgebreitet hat. In verschiedenen Stadtverwaltungen gab es besorgte Anrufe. „Bisher waren alle Meldungen unbegründet“, informiert die Stadtverwaltung Dorsten.

Tatsächlich seien nach dem langen und kalten Winter praktisch alle Raupen gleichzeitig geschlüpft und machten sich über das frische Grün von Bäumen und Büschen her. Eine Vielzahl von Raupen gehört dabei zu den pelzigen Spinnern. Die seien aber in aller Regel ungefährlich.

Die weißen Gespinstnetze, die über Äste und junge Schösslinge gewebt sind, stammen in aller Regel von den Raupen der Gespinstmotte. Sie hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Unter dem Schutz eines weißen Netzes fressen sich die Raupen durch das Blattgrün, wobei auch Obstbaum-Blätter zu ihren Leibspeisen gehören.

Die Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen gelten jedoch nur für die Raupen der Eichenprozessionsspinner. Sie sind von feinen Härchen bedeckt, die zu Asthma und Hautreizungen führen können. Die Raupen beginnen in diesen Tagen sichtbar zu werden. Dabei laufen sie prozessionsartig auf der Borke der Bäume und fressen die Blätter.

Ab Mitte Juni schlüpfen Motten, die im Umkreis von 300 Metern Eichen an Wegesrändern und Waldrändern anfliegen, um dort neue Nester einzurichten.

EPS-Raupen und deren Kokons finden sich nur in Eichenbäumen, meistens ziemlich weit oben im Bereich der Krone. Sie wandern dann im Verlauf von zwei bis drei Wochen den Stamm herunter. Auf jeden Fall klebt der Kokon relativ fest und massiv – fast wie ein halber Fußball aus weißer Watte – an der Rinde fest. Diese Raupennester sollten von einer Spezialfirma entsorgt werden.

Von den Fress-Anfällen der Gespinstmotte erholen sich die Bäume und Gebüsche anschließend wieder.

Werbe hier