Marl. Gibt es noch was umsonst? Ja, muss die Stadtverwaltung zugeben. Sie hat das ehemalige Stadtteilbüro Marl-Hamm vermietet und bekommt nur die Heizkosten ersetzt.
Die SPD hatte spitz nachgefragt, wer denn die Mieter seien und was sie zahlen. Der Heimatverein Marl (Vorsitzender Hubert Schulte-Kemper) und das Union Sozialwerk (Leiter Karl-Heinz Dargel) nutzen die Räume, für die eigentlich 917 Euro Grundmiete fällig sind, außerdem 193 Euro Heizkosten-Vorauszahlung.
Früher hatte die Stadt das Gebäude genutzt, doch nach der Renovierung des Ernst-Reuter-Hauses waren die Nutzer dorthin umgezogen. Nun nutzen die beiden Vereine das Gebäude, das sonst leerstehen würde, wie die Verwaltung eingesteht. Es mache deshalb Sinn, wenigstens die Betriebskosten erstattet zu bekommen, erklärte Kämmerer Dr. Michael Gläseker dem Rat. Man könne aber kurzfristig die Verträge kündigen.
Karl-Heinz Dargel verfolgte die Diskussion mit Gelassenheit. Eine Kündigung schadet finanziell der Stadt, warum also sollte sie das tun?
„Wenn wir uns für die Goetheschule interessieren, bekommen wir die für die gleichen Konditionen?“, fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel nach.
Darauf bekam er keine Antwort von Bürgermeister Werner Arndt. Der erklärte, inzwischen habe es eine Kommunalwahl gegeben. „Ich würde das heute anders bewerten. Es kann nicht sein, dass auf diese Weise indirekt bestimmte Gruppen gefördert werden.“
Die Frage von Peter Wenzel hat einen durchaus konkreten Hintergrund: Die Awo sucht nach neuen Räumlichkeiten. Und die Goetheschule könnte durchaus ein interessantes Objekt sein – besonders wenn es ohne Grundmiete zu haben wäre.

