Marl. Es war bereits ein „Gewohnheitsrecht“, dass sich die Bürger mit eigenen Füßen erkämpft hatten: Eine Wegeverbindung zwischen dem Ovelheider Weg und dem Ladenzentrum in Hüls-Süd. Jetzt ist er wieder verschwunden, insbesondere, weil die Benutzer plötzlich die Stadt mit Forderungen konfrontierten – und damit das Maß überzogen.
Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Neuma hatte den Weg auf ihrem Grundstück nicht nur geduldet, sondern sogar gepflegt. Er wurde glatt gemacht, die Büsche wurden beschnitten.
Doch bei den Abriss-Arbeiten für die Hochhäuser schrumpfte der Weg zu einem schmalen Durchgang. Die Nutzer protestierten, die Stadt besserte aus. Dann forderten die Anlieger eine Beleuchtung für den „Angstraum“, protestierten gegen den schlechten Zustand und winkten gar mit einer Klage.
In den Fachausschüssen machte die Verwaltung schon deutlich: Mehr geht nicht. Der Weg sei nur stillschweigend geduldet und für eine Beleuchtung sei schon mal gar kein Geld da.
Jetzt hat die Verwaltung die Reißleine gezogen. Der Weg wurde geschlossen. Einen neuen gibt es erst im Rahmen des Projektes Soziale Stadt. Bis dahin sollen die Anwohner die ausgebauten und gut beleuchteten öffentlichen Fußgänger entlang der Johannes-Brahms- und Gustav-Mahler-Straße nutzen, rät die Verwaltung.

