Vest. Weltweiter Klimawandel – und was merken wir konkret davon? Der Lippeverband sieht die Probleme: „Punktueller Starkregen als Folge von Klimaveränderungen“. Wenn in den nächsten Jahrzehnten von einer durchschnittlichen Erwärmung von 1,9 Grad ausgegangen wird, dann nimmt die jährliche Niederschlagsmenge um rund fünf Prozent zu. Und die Folgen waren im Vest in diesem Jahr bereits zu spüren.
Am 3. Juli und am 7. Oktober fiel binnen weniger Stunden mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat, stellte der Lippeverband fest. In Datteln wurden 84 Liter pro Quadratmeter gemessen, in Waltrop 72 Liter.
Die Folge: Am 7. und 8. Oktober war der Mühlenbach in Datteln randvoll und zum ersten Mal war das dortige neue Hochwasserrückhaltebecken des Lippeverbandes (Volumen 65 Millionen Liter) komplett gefüllt. Es verhinderte, dass der Mühlenbach noch höher stieg und über die Ufer trat.
Insgesamt betreibt der Lippeverband 26 Hochwasserrückhaltebecken an der Lippe und ihren Nebenläufen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Kubikmeter.
Durch die Richtlinie der Europäischen Union gewinnt die Hochwasservorsorge an Bedeutung. Sie macht konkrete Vorgaben. Bis zum Jahr 2015 müssen alle Kommunen Hochwasserrisikomanagementpläne aufstellen. Der Lippeverband bietet seine Hilfe an.
Die Zusammenhänge von Klimawandel und Wasserwirtschaft sind auch Gegenstand von Forschungsprojekten. Mit zwölf Partnern aus Wasserwirtschaft, Stadt- und Regionalplanung untersucht der Lippeverband im EU-Projekt „Future Cities“, wie die Probleme des Klimawandels speziell im städtischen Raum gelöst werden können.

