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Recklinghausen (mc). Es duftet nach kulinarischen Genüssen im Klassenzimmer der Raphael-Schule als Hannelore Lasarz und ihre Helferinnen Teresa Debek sowie Hilda Leonow die Servierwagen hereinschieben. Etwa 20 Mütter und Väter verfolgen neugierig den Aufbau des Buffets. Währenddessen erklärt Christel Zynga, zuständig für den hauswirtschaftlichen Bereich der Caritas, was alles beachtet werden muss, damit die Kinder der Raphael-Schule optimal versorgt werden. „Einige Diäten müssen beachtet werden, denn wir haben Kinder mit Schluck-und Kaustörungen. Oder aber es darf kein Schweinefleisch serviert beziehungsweise Allergien müssen beachtet werden.“ Das alles ist natürlich eine Herausforderung an die Küche, die jeden Tag die Mahlzeiten frisch zubereitet. „Etwa 170 Essen werden in der Schule verspeist“, weiß Küchenleiterin Hannelore Lasarz. Und sie weiß auch, was ihre Schützlinge lieben. „Eintöpfe sind sehr begehrt, aber auch Salate. Blumenkohl und Brokkoli mögen unsere Schüler auch gern, dafür brauchen sie denen mit Erbsen und Möhren nicht zu kommen“, lacht sie.
Das kennt auch Mutter Ramona Majewski. Sie ist gekommen, weil ihre Tochter Lea mitbekommen hat, dass es am nächsten Tag Gemüsespieße geben soll. „Das ist so gar nicht ihr Ding“, erklärt sie. Deshalb hat sie sich selbst einen Gemüsespieß gegönnt und ist sicher: „So vermogelt wird Lea das essen.“ Denn der Spieß (rund und paniert) lässt erst einmal nicht erahnen, welch gesunden Inhalt er hat. Zusammen mit Christiane Ollech, Manfred und Marlies Wriedt und Christiane Hockamp probieren sie sich genüsslich durch Gemüseauflauf, Salate, Frikadellen, Schnitzel, Gulaschsuppe, Kartoffelpüree und Rote Grütze mit Quark.
Ehrensache, dass bei der Verkostung auch Schulleiter Josef Schlierkamp dabei ist. „Für unsere Schüler ist Essen wichtig“, weiß der Experte, „denn es ist zum einen eine lustvolle Erfahrung, zum anderen strukturiert es den Tag und hat auch Lernanlässe wie das Tischdecken und Abräumen.“
In Hannelore Lasarz Küche kommt keine Dose zum Einsatz – alles wird frisch zubereitet. Zu den 170 Speisen in der Schule kommt noch die Verpflegung zweier Kindergärten. Und auch die Sonderwünsche bewältigt sie mühelos. „Ich muss es nur rechtzeitig wissen.“
Bestimmte Reihenfolgen werden dabei auch eingehalten. Mittwochs ist Eintopftag, freitags gibt es eine Eier-oder Fischspeise. Zudem muss einmal wöchentlich ein Nudel-und ein vegetarisches Gericht auf den Tisch. Dabei achtet die Küchenchefin auf die Ausgewogenheit von Eiweißen, Kohlehydraten, Vitaminen und Mineralstoffen.
Der letzte Nachtisch ist verspeist und mit zufriedenen Gesichtern verlassen Mütter und Väter die Stätte der lukullischen Herausforderung.

