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Klimaschutz: „Wir haben ein Ziel!“

Dorsten (om). Großen Anklang fanddie gemeinsame Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen und des CDU-Stadtverbandes Dorsten unter dem Motto „Energie der Zukunft!? Neue Kraftwerke – Fluch oder Segen?“. So konnten die Grünen-Vorsitzende Susanne Fraund und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Tobias Stockhoffauch mehr als 100 Interessierte in der Dorstener Petrinum-Aula begrüßen.

Zunächst machte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Reiner Priggen in einem eindrucksvollen Einleitungsvortrag zum Thema „Klimawandel“ deutlich, was wir in den nächsten Jahren zu erwarten hätten, wenn nicht ein Umdenken beim Energieverbrauch sowie der Energieherstellung einsetzen würde. „Wir haben hier heute Abend alle ein gemeinsames Ziel. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes“, so Priggen. Er machte deutlich, dass wir in Deutschland unseren CO2-Ausstoß pro Kopf fast auf ein Fünftel auf 2,2 Tonnen pro Jahr pro Einwohner reduzieren müssten, dass man den Klimastatus Quo erhalten könne.

Nach dem Vortrag von Priggen bestand beim hochkarätig besetzten Podium Einigkeit. „Die Wege zur Umsetzung dieser Klimaziele sind in Teilen sicherlich unterschiedlich, aber selbst da haben wir viele Gemeinsamkeiten“, betonte der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen. Die CDU setzte dabei etwas mehr auf Selbstverpflichtungen und Förderprogramme, dass Kraftwerksflotten umgestellt, Passivhäuser gebaut oder neue Heizsysteme eingesetzt würden. Allerdings habe auch diese Möglichkeit der Selbstverpflichtung zeitliche Grenzen.

Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Josef Tumbrinck betonte, dass alle Seiten dabei mit Ideologie abrüsten müssten: „Wir brauchen neue Stromleitungssysteme, um Strom von den Produktionsorten möglichst verlustfrei dorthin zu leiten, wo die Menschen wohnen.“ Dabei müssten dann gesunde Kompromisse zwischen Landschaftsschutz und CO2-Einsparwillen gefunden werden. So war der Leiter der Abteilung „Politik“ der RWE AG mit dem Grünen Reiner Priggen beim Thema „Elektroautos“ auch einer Meinung: „Wenn wir den Strom, der Nachts aus Windkraft produziert wird, nutzen könnten, um die Batterien von Elektroautos aufzuladen, dann würde sich das deutlich bemerkbar machen.“

Beim Thema Kernenergie gab es dann aber doch deutlich Unterschiede. Während der RWE-Vertreter sich für die Kernenergie als „CO2-freie und sichere Stromerzeugung“ aussprach und Hovenjürgen anmerkte, dass er sich eine moderate Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken vorstellen könne, sprachen sich Priggen und Tumbrinck klar gegen den Neubau von Kernkraftwerkenaus. Priggen: „Kernenergie löst kein Problem, sondern verdeckt es nur.“

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