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100-Jahr-Feier der Horneburger Brandschützer

Datteln (om). Am 6. Mai 1909 erschien in der Zeitung die Amtliche Bekanntmachung, in der mitgeteilt wurde: „Für die Gemeinde Horneburg ist eine Freiwillige Feuerwehr gegründet“. Ein Jahr vor der hundertsten Wiederkehr dieses Ereignisses haben die Brandschützer des Schlossdorfes einen Festausschuss eingesetzt, um die 100-Jahr-Feier vorzubereiten.

Kurz nach dem eigentlichen Jahrestag, am Samstag, 9. Mai 2009, soll der Festakt stattfinden. „Wir werden die Feierstunde im Zusammenhang mit dem Aufstellen des Maibaums organisieren, dass wir aus Anlass unseres runden Geburtstags übernommen haben“, erläutert Löschzugführer Ludger Schollas. „Das eigentliche Jubiläumsfest wird im Gegensatz zu ersten Planungen nicht im Juni 2009, sondern am 22. und 23. August 2009 rund ums Gerätehaus an der Magdalenenstraße über die Bühne gehen.“

In seinen ersten Sitzungen hat der Festausschuss entschieden, dass die Wehren der Nachbarschaft eingeladen werden, an einem großen Festumzug durch Horneburg teilzunehmen. Blickpunkt dabei werden historische Feuerwehrfahrzeuge sein. Außerdem waren sich die Organisatoren einig, dass die Geschichte des Löschzuges seit 1909 in einer Festschrift aufgearbeitet werden sollte.

Die älteste Quelle für die Geschichte der Horneburger Feuerwehr ist besagte Amtliche Bekanntmachung, in der die Gründung im Jahr 1909 dokumentiert wird. Als Wehrführer wurde vom Waltroper Amtmann Schwarthoff der Lohgerber Karl Müschenborn eingesetzt. Steigerführer war Maurer Wilhelm Behler, Spritzenführer der Metzger Hugo Hoppmann, Kuppenführer der Lohgerber Felix Müschenborn und als Führer der Ordnungsmannschaft wird Postagent Franz Fleitmann genannt.

Insgesamt fanden sich zunächst 26 Mitglieder für den Dienst an der Allgemeinheit zusammen. Ausrüstung und Gerätehaus fehlten zunächst noch. In einer Versammlung am 12. Mai 1909 wurde als Ausrüstungsbedarf eine Summe von 734,85 Reichsmark ermittelt. Die Gemeinde übernahm diese Kosten, deren Umfang heute sicherlich der Traum eines jeden Kämmerers wäre, und am 6. Juli 1909 erfolgte die erste Versammlung und Übung der Freiwilligen Feuerwehr Horneburg.

Es setzte ein reger Übungsbetrieb ein und ausweislich der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen im Jahre 1959 belegten die damals noch vorhandenen Protokollbücher der Gründerzeit, die heute leider verschollen sind, wie ernst die Männer ihre Aufgabe nahmen. Fehlte ein Kamerad, wobei eine ausreichende und begründete Entschuldigung Ehrensache war, so holte er das Versäumte bei der nächsten Übung durch zusätzlichen Übungsdienst nach.

Ihren ersten größeren Einsatz hatte die junge Wehr übrigens am 26. Mai 1912. An diesem Pfingstsonntag stand gegen 10.30 Uhr ein 25 Minuten vom Dorf gelegenes Wohnhaus in Flammen. Der Brandbericht schildert: „Die Frau R. (eine Witwe) war abwesend, kleinere Kinder waren in Gefahr, wurden aber gerettet.“

Die historischen Geräte, die damals für die Brandbekämpfung zur Verfügung standen, stehen heute noch im Horneburger Gerätehaus und werden gehegt und gepflegt. Die historische Spritze und ein restaurierter Schlauchwagen werden beim Festumzug zu sehen sein.

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