Herten (eib). Was muss man eigentlich alles tun, um „ausgezeichnet“ zu sein – oder zu werden? Diese Frage stellt sich die stellvertretende Landrätin Elke-Marita Stuckel-Lotz: „Auch ich wurde mal vorgeschlagen von mehreren Personenkreisen“, aber es habe wieder nicht geklappt. „Ich gebe zu, ich war sehr enttäuscht.“
Es geht ihr um den Hertener Bürgerpreis. Seit 2001 zeichnet die Stadt engagierte Menschen aus in den Kategorien Kultur, Soziales, Sport, Umwelt und Zivilcourage. „Wer möchte nicht mal gerne einen Preis gewinnen!“, träumt die 59-jährige Politikerin. Sie blickt zurück auf eine 27-jährige Aktivität, auf die Gründung mehrerer Fraueninitiativen auf zahlreiche erfolgreiche Antragstellungen.
Es hilft alles nichts, blickt sie verbittert zurück: „Nach meiner Erinnerung war es in 2004. Damals hatte ich unter anderem das Projekt Kalenderladies Herten 2005 – also nicht nur viel Kunst und Kultur – auch noch für einen guten Zweck einen ganz schönen Batzen Geld erwirtschaftet!“
„Andere erhielten die Preise, Jahr für Jahr. Egal wieviel gute Kultur Stuckel-Lotz veranstaltete“, schreibt sie. Sie habe das lokale Kino gerettet und mache schon sechs Jahre Frauenkulturfilme, sorge für interessante Veranstaltungen im Rahmen der Frauenkulturtage. Kümmere sich um Theaterstücke, Ausstellungen, Aktionen und den Kulturstammtisch. Und habe die Nachtwächterführung beantragt.
Doch wer bekomme einen Hertener Bürgerpreis: Eine Hertenerin, die seit Jahren einmal im Jahr bei der zweistündigen Aktion „Herten putzt sich heraus“ mitmacht. Zum Verzweifeln.
„Ich habe die Kulturszene nicht wegen eines Preises belebt“, wiegelt Elke-Marita Stuckel-Lotz ab. „Doch wundere ich mich auch des Öfteren, wer denn all so einen Preis erhält. Mir ist es auch schlichtweg egal, wer es ist, ich verlasse mich mal auf das Jury-Urteil.“
Die hat hinter verschlossenen Türen entschieden. Am 15. Mai werden Urkunde, Bronzeskulptur und 500 Euro vergeben.
Elke-Marita Stuckel-Lotz ist wieder nicht dabei: „Unsereiner findet kaum UnterstützerInnen, die mal zum Griffel greifen, damit die Frauenkultur in Herten mal einen sicher auch verdienten Preis bekommt.“
Sollte die Multi-Aktive wirklich übersehen worden sein?

