Dorsten (eib). Der Essener Investor Schulte hat Verhandlungen geführt und ein Vorkaufsrecht, Nachbargrundstücke erworben und bereits einen zweiten Entwurf für das künftige Lippetor vorgelegt. Doch plötzlich scheint es so, als seien alle Vorentscheidungen hinfällig.
Die Sachsenbank, Haupt-Kreditgeber des Einkaufszentrums, hat nun angekündigt, dass es zu einer Zwangsversteigerung kommen wird. Bislang waren Gespräche mit anderen Kaufinteressenten abgebogen worden mit dem Hinweis, der Essener Investor habe bereits ein Vorkaufsrecht.
Entsprechend sicher war der bislang vorgegangen und hatte zur Abrundung des Areals Nachbargebäude gekauft und einen derart großes Einkaufszentrum entworfen, dass ein Gutachter den Politikern von einer Zustimmung abriet: Das könne das Stadtzentrum nicht verkraften. Mittlerweile hat der Investor eine deutlich abgespeckte Version erstellt – die auch die Zustimmung der Politik fand.
Nur eine Nebenrolle spielte IPE. Die Dorstener Entwicklungsgesellschaft hatte ebenfalls ein Einkaufszentrum vorgeschlagen – aber ohne zusätzliche Flächen und deutlich kleiner. Weil IPE aber ohne das Vorkaufsrecht auf das Grundstück dastand, wurden die Realisierungschancen auch nur als sehr gering angesehen. Folge: Der Planungsausschuss favorisierte den Schulte-Vorschlag.
Plötzlich ist alles wieder offen: Wer wird das Grundstück erwerben, wer kann den Kaufpreis aufbringen?, heißt nun die Frage. Bürgermeister Lambert Lütkenhorst geht davon aus, dass es bei diesen beiden Kaufinteressenten bleiben wird.
Der Versteigerungstermin soll nach Auskunft der Sachsenbank noch in diesem Jahr sein. Beobachter haben angesichts der schon seit Jahren bestehenden „Hängepartie“ die Sorge, die letzte Entscheidung über den nächsten Eigentümer könne sich noch weiter verschieben – einschließlich der Sorge, die Umgestaltung des Lippetores könne sich ebenfalls immer weiter nach hinten verschieben.

