Kreis (eib). Wie kinderfreundlich ist der Kreis eigentlich? Ein bundesweiter Vergleich zeigt: Einkommensschwache Familien werden recht moderat behandelt, einkommensstarke aber auch besonders stark zur Kasse gebeten. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hatte die Kindergarten-Gebühren der 100 größten Städte miteinander verglichen. Dazu gehören auch Marl und Recklinghausen. Und Rückschlüsse auf andere Kreisstädte sind ebenfalls möglich.
Verglichen wurden Haushalte mit kleinem Einkommen (25.000 Euro brutto), mittlerem (45.000) und hohem (80.000). Marl liegt mit den Kindergartengebühren auf Rang 17 (kleines Einkommen), 70 (mittleres) und 94 (hohes) – spreizt also die Bandbreite ganz extrem von 312 über 1.044 bis 2.328 Euro. Etwas weniger breit ist die Verteilung für Recklinghausen mit Rang 33/51/96 (324/960/2.364 Euro).
Außer Marl stehen alle anderen Kreisstädte unter der Kontrolle der Kommunalaufsicht – sie haben keinen genehmigten Haushalt und sind sich mit den Kommunen des mittleren Ruhrgebietes einig in einer weitgehend einheitlichen Kindergarten-Tabelle. Nur Marl war aus dieser Linie ausgeschieden (und war dafür kritisiert worden).
Was es bedeutet, wenn die Aufsicht die Gebühren festlegt und die günstige, vom Rat beschlossene Tabelle „kassiert“, sieht man an Gelsenkirchen. 600/996/2.208 Euro sind die drei Eckdaten, die im bundesweiten Vergleich die Plätze 57/61/80 bedeuten.
Zum Vergleich: In Bottrop sind 336/972/2.328 Euro zu zahlen (Plätze 40/56/94). In Herne sind es 313/877/1.816 Euro (Plätze 19/28/59), in Bochum 312/900/1.920 (Plätze 17/42/72).
Übrigens: Cottbus ist nach dieser Untersuchung die teuerste Stadt für Eltern mit geringem Einkommen (1.428 Euro für zwei Kinder), Heilbronn ist die einzige Großstadt, in der Eltern nichts zu zahlen haben. Und sechs Städte haben überhaupt keine eigenen Kindertagesstätten.

