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Hüfte gebrochen: Prothese hatte einen Materialfehler

Herten (eib). Eigentlich war der Hertener äußerst zufrieden mit seiner Hüftendoprothese, die ihm in seiner Heimatstadt eingesetzt worden war. Doch seit einem Sturz im August 2007 hat sich für ihn die Welt geändert: Der Prothesenkopf war wegen eines Materialfehlers gebrochen, nun hat der 56-Jährige ständig Schmerzen und hängt in einem Prozess mit dem Hospital.

Kann ja mal passieren: Als der Hertener nach seiner Arbeit das Büro verließ, stürzte er. Im Krankenhaus erfuhr er nach einer Untersuchung, dass der Kopf seiner Hüftendoprothese, die man ihm Anfang 2006 eingesetzt hatte, wegen eines Materialfehlers abgebrochen war.

Sein Anwalt, der Marler Fachanwalt für Medizinrecht Stefan Hermann, verlangte daraufhin vom Hersteller unter anderem 40.000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz für eine fiktive Haushaltshilfe sowie künftige Haushaltsführungskosten von 650 Euro monatlich und Verdienstausfall.

So manches im Leben des 56-Jährigen hat sich nämlich verändert: Er kann sich nur noch mit zwei Unterarmgehstützen fortbewegen, er hat starke Schmerzen bei seinem Intimleben, er muss Schmerzmittel einnehmen und hat Magenprobleme, er kann weder kegeln noch einen Einkaufsbummel machen.

Der Hersteller der Prothese gab sich zerknirscht und hat bereits 17.000 Euro gezahlt.

Aber auch das Hertener Krankenhaus trägt Verantwortung, meint der Marler Anwalt und hat dieses aufgefordert, die Differenz zu seiner ursprünglichen Forderung zu zahlen: „Da es bereits langfristig bekannt war, dass das bei meinem Mandanten zur Verwendung gekommene Modell schadhaft war und von daher von Ihnen erst gar nicht hätte eingebaut werden dürfen.“ Deshalb hafte das Krankenhaus neben dem Hersteller als Gesamtschuldner.

Insgesamt stehen noch 90.000 Euro Forderungen aus Schmerzensgeld, Haushaltsführungskosten und Verdienstausfall im Raum.

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