Haltern. Sie war alles andere als eine Notlösung, sie war eine kleine Touristenattraktion: Vier Monate lang, von Juli bis November 2009 stellte die Fähre „Antonia“ die einzige Verbindung über die Stever dar, so lange die Antoniusbrücke erneuert wurde. Wie aber soll es mit ihr weiter gehen?
Der SPD hatte die Einrichtung so gut gefallen, dass sie die Fähre auf Dauer in Haltern verankern wollte. Sie sollte in Höhe des Hofes Natrop eingesetzt werden.
Denn die Fähreinrichtung hatte sich letztes Jahr geradezu zu einem Publikumsrenner entwickelt. Obwohl sie doch eigentlich nur eine preiswerte Zwischenlösung sein sollte. Denn eine Behelfsbrücke für die Umbauzeit war der Stadt zu teuer. Stattdessen kaufte man sich bei einer Potsdamer Werft für 35.000 Euro die Fähre und dafür gab es sogar ausreichend Sponsoren. Autofahrer mussten allerdings einen größeren Umweg in Kauf nehmen.
Der anschließende SPD-Vorschlag hörte sich originell an, scheiterte aber an mancherlei Hindernisse. Die stellen sich nunmehr als so groß heraus, dass Haltern die Fähre überhaupt nicht mehr loswerden kann, obwohl es Interesse gibt: Ein Angelsportverein meldete sich, die Gaststätte Lake Side hätte sie gerne als Partyfläche. Doch der Einsatz in der Wasserschutzzone ist nur beschränkt möglich.
Die Handicaps des Wassergefährts: Es mangelt an einer massiven Zusteigemöglichkeit. Die motorbetriebene Fähre braucht außerdem einen Fährmann. So lagert das zweieinhalb Meter lange und sechs Meter breite Gefährt aus dekorativem Riffelblech derzeit auf dem Betriebsgelände von Gelsenwasser. Vielleicht, so die Überlegungen, könnte man es ja bei Ebay versteigern.
Auch die SPD hofft weiterhin auf einen Verkauf. Von dem Erlös könnte man dann eine handbetriebene Fähre kaufen die dann die Verbindung zwischen Flaesheim und Hullern herstellt.
Wie so etwas funktioniert, können sich Fußgänger und Radfahrer so lange in Dorsten ansehen. Dort gibt es seit fünf Jahren die handbetriebene Fähre „Baldur“ über die Lippe in Holsterhausen.

