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Keine Angst mehr vor frischem Gemüse

Herten. Viermal in der Woche öffnen die Hertener Tafelläden ihre Türen und versorgen bedürftige Menschen mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. Aber nicht alle Produkte finden reißenden Absatz bei den täglich 120 Kunden. „Konserven und Fertiggerichte wurden häufig frischen Produkten und Gemüse der Saison vorgezogen“, berichtet Organisatorin Schwester Daniela. Im Gespräch mit den Kunden war die Ursache schnell gefunden. „Viele gaben die Antwort, dass sie die Obst- und Gemüsesorten nicht kannten oder sich die Zubereitung zu Hause nicht zutrauten“, erzählt die Ordensschwester der Franziskanerinnen.

In Kooperation mit der Hertener Ökotrophologin Klara Koch wurde daraufhin ein spezieller Kochtreff entwickelt, um diesem Problem zu begegnen. Seit April treffen sich neun Teilnehmer einmal in der Woche zum gemeinsamen kochen und essen in der Küche der Martin-Luther-Schule. Finanzielle Unterstützung für die Vorbereitung und die Ausstattung mit Töpfen und Messern kam von der Hermann-Schäfers-Stiftung. „Die Teilnehmer lernen neue Gerichte kennen und können später zu Hause ein gesundes Essen zubereiten“, erklärt Koch.

In kleinen Teams bereiten die Teilnehmer selbständig Vor-, Haupt-, und Nachspeise zu. Mit der professionellen Unterstützung trauen sie sich an neue Rezepte heran und bekommen Tipps für die Zubereitung. Jeden Mittwoch geht es um 17 Uhr los und häufig sitzt die Gruppe bis 21 Uhr zusammen und lässt sich die selbstgekochten Gerichte schmecken. Petra Runge ist gemeinsam mit ihrem Freund dabei. Zu Hause versorgen sie auch ihr Kind, das auf eine Dialyse-Behandlung angewiesen ist und nicht alles essen darf. „Ich lerne hier neue, gesunde Rezepte kennen und bekomme viele hilfreiche Tipps. Wenn zu Hause jetzt was ist, dann kann mein Partner auch alleine für die Kinder sorgen“, berichtet die junge Mutter. Die Zutaten für die Gerichte kommen aus den Caritas-Läden, die durch Hertener Kaufleute, Gemeinden und Privatpersonen unterstützt werden. „Unsere Läden haben ein vielfältiges Angebot und wir hoffen, dass die Teilnehmer zukünftig keinen Bogen mehr um Rhabarber, Spargel und Co. machen müssen“, blickt Schwester Daniela in die Zukunft.

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