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Mehr Schilder sollen den rechten Weg weisen

Marl. Schilder lenken und informieren, doch machen sie es in Marl auch optimal für Autofahrer? Immer wieder kommen Wünsche auf: Auf Veranstaltungsorte und Einkaufsmöglichkeiten müsse besser hingewiesen werden.

Zum Beispiel ganz aktuell: Im Mai finden wieder die Ruhrfestspiele statt, auch im Theater Marl. Aber darauf fehlen Hinweisschilder, bedauerte Johannes Westermann (Wählergemeinschaft Grüne) im Kulturausschuss. Stattdessen würden Autofahrer fälschlicherweise in Richtung Hüls geleitet, nämlich zur Grubenausbauwerkstatt. Doch die ist in diesem Jahr gar kein Spielort.

Die Verwaltung zeigte Verständnis für die Klagen. Auch auf die Scharounschule, dem Standort der Musikschule und immer häufigerem Veranstaltungsort, werde nicht hingewiesen. Hauptamtsleiter (und Kultur-Koordinator in der Verwaltung) sprach von einer „suboptimalen“ Lösung.

Dabei hat die Stadt insgesamt keinen Mangel an Schildern, auch freundliche Begrüßungsschilder. Das Einkaufszentrum Marler Stern sieht das allerdings anders. Es hatte sich kürzlich zusätzliche Schilder gewünscht, die Autofahrer an Autobahnausfahrten „abholen“ und ins Zentrum leiten. Dort soll ein Parkleitsystem weiterhelfen. Beide Aufgaben zusammen würden 45.000 Euro kosten, meint die Werbegemeinschaft Marler Stern und bot an, ein Drittel der Kosten selber tragen. Die Sinnhaftigkeit dieses Antrages wurde nicht diskutiert, der Antrag wurde im Wirtschaftsförderungsausschuss abgelehnt.

Dabei hatte vor einigen Jahren die Politiker viel Verständnis für eine optimale Verkehrsführung samt elektronischer Parkplatzleitung gezeigt. Ein Gutachten hatte die Wirkung belegt, doch die Kosten von mehreren 100.000 Euro schreckte dann doch ab. Das Projekt wurde als unbezahlbar zu den Akten gelegt.

Was heute im kleinen Maßstab möglich ist, das ist selbst innerhalb der Stadtverwaltung nicht einfach zu klären.

Und oberhalb der Stadtverwaltung sind Wünsche nahezu aussichtslos. Die Behörden verweigern Schilder auf das Industriegebiet Dorsten-Marl, beschweren sich Anlieger. Und in den meisten Navigationssystemen sind die neuen Industrie-Straßen noch nicht zu finden.

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