
Vest. Die Geschichte des Ruhrgebietes wird seit Jahrhunderten von Kunst und Kultur begleitet. Und die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist ein guter Anlass, das auch ansprechend aufzubereiten. Deshalb gibt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) einen Burgenführer für das Revier heraus. Sechs Burgen aus dem Vest sind dabei.
Datteln ist gleich dreimal vertreten mit Fuchsspitz, Schloss Horneburg und Haus Vogelsang, Herten zweimal mit Schloss Herten und Schloss Westerholt, Marl mit der Burg bei Sinsen. Nicht dabei ist Haltern mit dem Schloss Sythen – das liegt schon nördlich der Lippe und außerhalb des Reviers.
Die Region nicht nur als Industrielandschaft verstehen, sondern ihre Bedeutung vor allem seit dem Mittelalter zu erkennen – das sei das Ziel des Burgenführers, so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.
Zum Auftakt wird es (ab Ende Februar) eine Ausstellung im Museum für Archäologie in Herne geben. Anhand von Fundstücken aus dem Ruhrgebiet und Europa soll die Lebenswelt des Hoch- und Spätmittelalters – hier insbesondere der über 400 Burgen im Ruhrgebiet – erfahrbar werden.
Gleichzeit mit dem Burgenführer (Bilder, Geschichte, Besucherinformationen, Erreichbarkeit, Gastronomie) kündigt der LWL Hinweisschilder für alle Ex-Burgen an. Wer sich dann allerdings in Marl auf die Suche macht, der wird enttäuscht. Nur Fachleute vermuten hinter Bodenwellen die Spuren früherer Grundrisse. Mehr gibt es im Wald nicht zu sehen.
Die Erklärung des LWL, ein Führer oder vergleichbare Literatur zu diesem Thema existiere für das Ruhrgebiet derzeit nicht, ignoriert die Arbeit des Marlers Klaus Gorzny, der unter anderem drei Bücher über Lippeschlösser, Emscherschlösser und Ruhrschlösser herausgebracht hat.

