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Fußball-WM kickte 1,3 Mio Euro in die Kasse

Vest. Die nächste Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür, da muss noch schnell die alte Meisterschaft von 2006 aufgearbeitet werden: Das Landgericht Essen befasst sich drei Monate lang mit dem „Beteiligungsfond Nr. 1 World Contest Miss Superball WM 2006“. Es war die Idee des Dorsteners Udo R. (48) und seines (inzwischen verstorbenen) Partners, mit dem sie 1,3 Millionen Euro einsammelten – und 30.000 Euro wieder rausgaben.

Mehr als zwei Jahre lief der pfiffige Anlagebetrug. Der Dorstener legte seit Februar 2004 den Beteiligungsfond auf und vertrieb ihn mit Kooperationspartnern. Ziel war, laut Anklageschrift, die Vermarktung von Produkten, von Themenintegration im Rahmen medialer Produkte, von Veranstaltungen und Events und Ähnlichem. Angestrebte Fondgröße: 25 Millionen Euro, persönlich haftender Gesellschafter war Udo R.

Tatsächlich soll das Geld aber in die Begleichung von Provisionszahlungen, Miete und Fahrzeugleasing gegangen sein.

Das Geschäftsmodell bekam Schlagseite, als der Prospekt nicht den Bifan-Anforderungen entsprach. Deshalb wurden die Anteile mit Zustimmung der Kunden in Darlehn umgewandelt, die mit neunprozentiger Gewinnbeteiligung zurückzuzahlen waren. Als Sicherheit legten die Organisatoren die Rückversicherung einer Antwerpener Bank vor. Doch die war nur auf einem Computer geschrieben worden, so die Anklage.

Vor Gericht stehen insgesamt fünf Angeklagte. Dabei geht es auch noch um Anlagebetrug einer Essener Firma (Planung und Herstellung von Produkten und Warengruppen im Medienbereich) und um „Bouncing-Verträge“, mit denen Anleger am Vertrieb von Filmproduktionen beteiligt waren. Darin verwickelt war auch ein Rechtsanwalt, der das Konto treuhänderisch verwaltet. Drei Geschädigte zahlten auf das Konto eine halbe Million Euro ein, das Geld soll aber nur für Provisionszahlungen verwendet worden sein. Prozessbeginn ist am 19. Januar.

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