Marl. Radikal erneuert hat der neue Rat bereits seine Arbeit aufgenommen, am Donnerstagabend verabschiedete der neue Bürgermeister Werner Arndt im Rathaus 27 ausgeschiedene Ratsmitglieder. Er selber hat die Seiten gewechselt: Vom „Ratsmitglied“ zum „Mitglied des Rates“. Denn das ist er nun als Verwaltungschef.
Zwei prägende Persönlichkeiten des letzten Jahrzehntes waren allerdings nicht gekommen: Ex-Bürgermeisterin Uta Heinrich (in Urlaub) und der Ex-CDU-Fraktionsvorsitzende Hubert Schulte-Kemper (bei der Arbeit). Uta Heinrich hatte mit einer konsequenten Vorgehensweise fast den gesamten Rat gegen sich aufgebracht und diesen nahezu machtlos erscheinen lassen.
Der ist seit der Wahl personell stark verändert, allein die SPD hat unter ihren 19 Mitgliedern 13 Neulinge. Der Umgang in den Sitzungen ist von Konfrontation auf kollegial umgesprungen (wenn man von einer Ausnahme absieht).
Am Donnerstagabend ging es im Rathaus unter den ausscheidenden Politikern weit entspannter zu als in den öffentlichen Sitzungen der letzten Jahre. Es gab Zinnbecher mit Gravur und eine Extra-Verabschiedung von Werner Arndt (nicht durch sich selbst, sondern) durch das älteste Mitglied des neuen Rates, Klaus Gröner. Der hatte dem neuen Bürgermeister einiges zu verdanken: Weil Arndt als Ratsmitglied ausschied, rückte Gröner von der SPD-Reserveliste in den Rat nach.

