
Jetzt, im Spätsommer, sind Wespen eine weit verbreitete Qual. Doch was für die meisten Menschen nur lästig ist, bedeutet für rund 2,5 Millionen Deutsche eine ernsthafte Gefahr: Sie haben eine Allergie gegen Insektengifte und könnten an den Folgen eines Wespen- oder Bienenstichs schlimmstenfalls sterben – zum Glück kommt das nur selten vor. Fatalerweise wissen viele Menschen gar nicht, dass sie Allergiker sind.
Unverzüglich den Notarzt rufen
„Die schwerste Ausprägung einer Allergie ist der allergische Schock“, erläutert Professorin Margitta Worm, die das Allergie-Centrum-Charité leitet. „Innerhalb von Minuten treten Rötungen am Körper auf, auch Atemnot und Kreislaufreaktionen, bis hin zur Bewusstlosigkeit sind möglich. Auf diese Weise kann eine allergische Reaktion infolge eines Insektenstiches sogar tödlich sein.“ Immer dann, wenn erste Symptome auftreten, die nicht auf die Einstichstelle begrenzt sind, sollte deshalb unverzüglich der Notarzt gerufen werden.
Bei Nachweis einer Allergie rät Professorin Worm Betroffenen dringend zu einer spezifischen Immuntherapie bei einem auf Allergien spezialisierten Arzt. Dabei wird dem Betroffenen eine sehr niedrige Dosis des Insektengiftes in den Oberarm gespritzt, die in kleinen Schritten erhöht wird. Ist die ideale Dosis erreicht, wird die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt, wobei der Patient nur noch alle vier bis sechs Wochen eine Spritze erhält. Im Ergebnis ist das Immunsystem nachhaltig darauf trainiert, nicht mehr allergisch auf das Gift zu reagieren.
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Bild: JPW.Peters

