
Herten. Das Mammutprojekt Emscher-Umbau fördert einiges zu Tage – sogar den Stoßzahn eines Urzeit-Elefanten. Bei Bauarbeiten für den neuen unterirdischen Abwasserkanal Emscher haben archäologische Baubegleiter nun den über einen Meter langen Stoßzahn eines solchen Tieres gefunden. Es ist nicht der erste prähistorische Fund im Rahmen des Emscher-Umbaus.
Die Schachtbaugrube der Emschergenossenschaft befindet sich südlich der Hohewardstraße in Herten. Der Fund ereignete sich in den Sandschichten eines eiszeitlichen Emscherlaufs. Bis in zirka acht Meter Tiefe wurde der Abbau der Sand- und Kiesschichten begleitet, die die Emscher im Laufe von mehr als 70.000 Jahren hier über dem anstehenden Kreidemergelboden abgelagert hat.
In die Kiesschichten der sogenannten älteren Niederterrasse der Emscher sind seit der Eiszeit immer wieder Reste prähistorischer Tiere eingeschwemmt worden und haben sich dort abgelagert. Ihre Bergung und Dokumentation erlaubt Rückschlüsse auf Landschafts- und Klimaveränderungen im Verlauf der eiszeitlichen Kalt- und Wärmeperioden, da sich viele Tiere an ihre Umweltbedingungen spezifisch anpassten.
Der Zahn fand sich in der letzten aus gräulichem Feinsand bestehenden Schicht – direkt oberhalb des anstehenden Kalkmergels. Um welche Urelefanten-Art es sich handelt und wie alt der Stoßzahn sein könnte, ist noch Gegenstand laufender Untersuchungen.
So wurden zwar die Knochen vermutlich in der letztkaltzeitlichen Warmzeit vor ca. 70 000 Jahren abgelagert, doch können auch Tierreste aus älteren oder jüngeren Schichten hierhin verlagert bzw. ältere Schichten abgeschwemmt und durch jüngere Schichten ersetzt worden sein.
Der Fund in Herten ist nicht der erste prähistorische Fund im Rahmen des Emscher-Umbaus. Bereits in den vergangenen Monaten ist die Emschergenossenschaft auf ihren Abwasserkanal-Baustellen in Gelsenkirchen und Herne auf Reste von Mammuts gestoßen.

