Werbe hier
Veröffentlicht in

Zeuge hat Angst vor Killern

Dorsten. Seine Aussagen waren der Schlüssel: Eine Reihe von Drogenkurieren wurden inzwischen vom Landgericht Essen verurteilt, der Chef der Bande erhielt eine sechsjährige Haftstrafe, jetzt steht der Kronzeuge selber vor Gericht, ein 28-jähriger Dorstener. Er hatte ausgepackt, um einen Schlussstrich unter sein kurzes Dealer-Leben zu ziehen.

Das hatte im März 2010 begonnen und war acht Monate später zu Ende. Mit einem Partner zusammen wurde der Import von Betäubungsmitteln im großen Stil geplant. Es gab einen Abholer aus den Niederlanden. Der Dorstener Danny D. übernahm die Verteilung in Dorsten, Radeberg, Mannheim und anderen Orten. Es gab verschiedenen Mittäter als Fahrer und einen Mann, der die Transporte mit einem Motorrad absicherte.

Angeklagt sind 56 Einzeltaten: 150 Kilo Marihuana und 2,5 Kilo Kokain. Als sein Partner Ende 2010 auf einer Kurierfahrt in Mannheim festgenommen wurde, zog der Dorstener einen Schlussstrich, ging zur Polizei und informierte sie über einen Drogenhandel, von dem bis dahin nichts bekannt war.

Das Geständnis soll ihm aber auch Probleme gemacht haben: Sein Partner habe ihm angeblich russische Killer auf den Hals geschickt. Jetzt befindet er sich im Zeugenschutzprogramm und zum Prozess mussten sich alle Zuhörer ausweisen. Sieben Polizisten wachten im Saal, zwei davor.

Zum Prozessauftakt erzählte er erst einmal von seiner Familie, seinem Leben, seiner Heirat, der Geburt seiner Tochter.

Bei einem ausführlichen Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen loteten das Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine Verurteilung aus. Am 9. November wird er zur Sache aussagen, daran wird sich sein „Kronzeugenrabatt“ errechnen.

In den vergangenen Prozessen waren seine Aussagen nicht immer überzeugend, oft sahen die Gericht Widersprüche.

Werbe hier