Krisenstab der Bezirksregierung koordiniert Einsatz über 12 Stunden

Lagebesprechung im Krisenzentrum der Bezirksregierung
Münsterland/Emscher-Lippe-Region. Sonntagmorgen, 5.00 Uhr. Rund 50 Frauen und Männer klappen übermüdet aber zufrieden ihre Laptops zu. Seit zehn bis zwölf Stunden saßen sie konzentriert im 4. Stock der Bezirksregierung Münster im Krisenstab. Sie haben eine sehr anstrengende Nacht hinter sich.
In den vergangenen Stunden haben sie den Einsatz von über tausend Rettungskräften und Helfern aus den Kreisen Steinfurt, Warendorf, Coesfeld, Borken, Recklinghausen, dem Landkreis Osnabrück sowie den Städten Münster, Gelsenkirchen und Bottrop im Rahmen der länderübergreifenden Katastrophen-Großübung koordiniert und organisiert. Dabei wurde das Übungsszenario vor allem bestimmt von durch starke Regenfälle bedingtem Hochwasser in den Kreisen Coesfeld und Borken sowie in der Emscher-Lippe-Region.
Zudem musste im Kreis Steinfurt eine große Zahl von Verletzten beim simulierten Zugunglück im Schollbruchtunnel in Lengerich unter extrem schwierigen Bedingungen und widrigen Wetterverhältnissen geborgen werden. Eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten.
Die Schlossklinik im Kreis Borken war im Rahmen des Übungsszenarios durch das rasch ansteigende Hochwasser so bedroht, dass sie evakuiert werden musste. Was angesichts der Umstände nicht leicht war, weil die Rettungskräfte kaum zu den Gebäuden vordringen konnten.
Da die Bundesautobahn 31 wegen eines verunglückten Gefahrgut-LKW im Kreis Coesfeld gesperrt werden musste, war es für die Rettungskräfte zudem schwierig, schnell den Einsatzort zu erreichen. Viele Einsatzkräfte waren zudem bereits damit beschäftigt, Menschen vor dem Hochwasser, umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Trümmerteilen zu retten. Auch hier hat es zahlreiche „Übungsverletzte“ und auch einige „Übungstote“ gegeben.
Der Krisenstab unter Leitung von Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld musste damit an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen.
„Noch nie wurden im Regierungsbezirk so viele Rettungs-und Einsatzkräfte gleichzeitig im Rahmen einer Übung mobilisiert“, sagte Feller-Elverfeld. „Ich möchte mich ausdrücklich bei allen bedanken, die in dieser Nacht mitgemacht haben. Solche Übungen sind sehr wichtig, um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein und Schwachstellen aufzuzeigen. Das Ergebnis wird aber erst in einigen Wochen ausgewertet sein.

