
Marl. Bundespolitiker mischten sich ein und vor Ort hieß es mehrfach, der Durchbruch sei geschafft und alles nur eine Frage der Zeit. Bahnmanager kündigten der Baubeginn an – doch am Bahnhof in Sinsen passierte einfach nichts: Es blieb bei der extrem steilen Treppe. Jetzt endlich signalisieren Absperrungen: Ein Aufzug von der Bahnhofstraße hoch zum Bahnsteig wird gebaut, fertig wird er aber erst im nächsten Jahr.
Im Februar sah es schon so aus, als würden die Arbeiten kurzfristig beginnen. Zwischen den Gleisen, neben der Treppe, soll ein zehn Meter hohes Aufzugsgerüst gebaut werden. Ein Stück zurückgesetzt, damit man sich davor aufstellen kann. Weil aber die Bahngleise stark befahren sind (insbesondere von Güterzügen), muss zunächst im laufenden Betrieb eine Stützwand gebaut werden. Das macht das Vorhaben sehr teuer: Rund eine Million Euro.
Die SPD mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Peter Wenzel (der im Laufe der Jahre zum Kenner der Sinsener Bahnhofsgeschichte wurde) sah sich nun die Lage vor Ort an und warf dabei auch einen Blick auf den westlichen Teil des Bahngeländes. Hier könnten Parkplätze entstehen, denn seit dem Bau der Fahrradstation auf dem östlich liegenden Parkplatz ist es eng geworden. Anlieger beschweren sich, dass Dauerparker die Straßen blockieren. Allerding ist es fraglich, woher die Stadt das Geld für den Grundstückskauf nehmen soll. Deshalb wird schon spekuliert, Dauerparkplätze hier zu vermieten.
Während der Bauzeit des Aufzugs wird die Bahnhofstraße halbseitig gesperrt. Bezahlt wird die Maßnahme aus dem Konjunkturpaket II, eigens für die Bahn muss sie nicht bis zum Jahresende fertig sein – anders als die Maßnahmen der Stadt, die damit sehr unter zeitlichem Druck stehen.
Nicht mehr in diesem Jahr werden die Arbeiten am Bahnhof Marl-Mitte angegangen. Auch hier soll (unter anderem) ein Aufzug gebaut werden. Aber die Maßnahmen werden nur 400.000 Euro kosten. Seit Jahren wird der unmittelbar bevorstehende Baubeginn angekündigt.
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So sah der Bahnhof Sinsen aus, als er noch ein richtiges Bahnhofsgebäude hatte. 1870 war die Bahnstrecke Recklinghausen – Münster in Betrieb genommen worden, 1882 gab es schon eine Haltestelle (aber an einem anderen Ort), am 1. Juli 1904 wurde das neue Empfangsgebäude offiziell übergeben, wie die „königliche Betriebsinspektion Essen“ mitteilte.

