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Tourismus ins Storchenland

Dorsten. Die Bürger schüttelten damals ungläubig den Kopf: Da wollte der Bergbau eine höchst ärgerliche Begleiterscheinung als wichtigen Beitrag für die Natur verkaufen. Bergsenkungen, die im Grundwasser absoffen, wurden zu einem wertvollen Feuchtgebiet erklärt. Das war vor Jahrzehnten. Jetzt solle die Landschaft gar zu einem Anziehungspunkt für Touristen werden. Mittendrin das brütende Storchenpaar.Seit Jahren wächst die Anteilnahme an der stelzbeinigen Familie, die zur Freude von Naturliebhabern seit Jahren ihren Horst im Hervester Bruch ansteuert. Die aber auch mitfieberten, wenn ein Jungstorch von den Eltern Werner und Luise aus dem Nest geworfen wurde.Wie in diesem Jahr, als die Feuerwehr eines der drei Jungtiere zurück ins Nest setzte. Die Rettungsaktion brachte keinen Erfolg, das Elternpaar hat nur noch zwei Jungtiere.Der Hervester Bruch wurde zum Anziehungspunkt mit bis zu 300 Besuchern, jetzt sollen Naturschutz und sanfter Tourismus entwickelt werden. Überschrift: Storchenland. Einige hunderttausend Euros als Fördergelder stehen bereit, um ein Gesamtkonzept für die 150 Hektar große Fläche zu entwickeln. Die Idee stammt vom Vestischen Umweltzentrum beim Kreis.Von mehreren Stellen aus soll man künftig die Landschaft betrachten können. Neben der vorhandenen Kanzel an der Gälkenheide soll ein zweiter, größerer, höher gelegener Infopunkt errichtet werden. Einschließlich einer bodennahen Plattform, um „versteckt“ die Tiere des Hervester Bruchs beobachten zu können. Zwei neue Teiche werden dafür angelegt. Es gibt auch schon eine Sitzgruppe des Heimatvereins, eine Zufahrt für Rollstuhlfahrer soll gebaut werden.Im Gegenzug müssen Autos draußen bleiben, Zufahrten werden gesperrt. Dafür werden an der Wienbachbrücke/Gälkenheide 15 Stellplätze angelegt und an der Alten Hervester Straße/Brauckweg 50 Plätze.Auch die Rhader Wiesen rücken ins Interesse der Naturschützer, hier, wo sich in diesem Jahr erstmals ein Storchenpaar niederließ und zwei Junge aufzieht. In diesem Monat will man über Renaturierungs-Maßnahmen reden: Anheben des Wasserspiegels und Einbau von Hindernissen für den Rhader Bach, um ihn zur Schleifenbildung anzuregen. Aber er soll nicht zu einem neuen Biotop „ausgebaut“ werden.

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