Marl/Recklinghausen (dug). Nach einem Überfall auf das Juweliergeschäft Brinkforth in Marl jagt die Polizei drei bewaffnete Gangster. Das Geschäft, das für wertvollen Schmuck bekannt ist, war schon einmal Ziel eines spektakulären Überfalls. Auf ihrer Flucht haben die Räuber mehrere Fahrzeuge angehalten, brachten diese in ihre Gewalt und rasten damit durchs Kreisgebiet. Die Polizei löste eine Großfahndung aus.
Spurensicherung am Tatort (Bild links)Am Montag gegen 10 Uhr betrat zunächst ein Mann die Geschäftsräume des Juweliers, gab sich als Kunde aus und ließ sich diverse Schmuckgegenstände zeigen. Kurze Zeit später betraten zwei Komplizen das Ladenlokal. Mit einer Schusswaffe bedrohte das Trio die Angestellten. Die Täter schlugen die Vitrinen ein und raubten Schmuck und Uhren. Anschließend flüchteten sie mit einem Pkw. Ein Schuss soll gefallen sein. Der Juwelier konnte heimlich Alarm auslösen, was zu einem sehr schnellen Eintreffen der Polizei führte. Doch da waren die Täter bereits weg. Scheinbar kannten sich die Männer gut aus. Sie waren offensichtlich gut über die Sicherheitsvorkehrungen informiert und gingen sehr professionell zur Sache.
Eine der ausgeräumten VitrinenFahndung mit Hubschrauber und SpürhundenAuf ihrer Flucht stoppten sie mit Waffengewalt mehrere Autos und bekamen so neue Fluchtfahrzeuge. Ein zurückgelassenes Fahrzeug wies ein Einschussloch in der Tür auf. Auf der weiteren Flucht kam es auch zu einem Verkehrsunfall. In Recklinghausen verlor sich die Spur der Täter. In einem der zurückgelassenen Fluchtfahrzeuge wurde ein Beutel mit Schmuck gefunden.Insgesamt raubte das Trio nacheinander drei Fahrzeuge und setzten die Flucht jeweils mit dem neuen Pkw fort. Einer der überfallenen Autofahrer erlitt leichte Verletzungen (Schnittverletzungen durch Glassplitter), die im Krankenhaus ambulant behandelt werden mussten. Die Täter hatten einfach das Seitenfenster eingeschlagen und den Mann aus seinem Wagen gezogen.
Auf ihrer Flucht hinterließen die Juwelenräuber mehrere zum Teil schwer beschädigte Fahrzeuge, die sie vorher mit Waffengewalt geraubt hatten. Fotos: BludauDas letzte Fluchtfahrzeug ließen die Täter in Recklinghausen auf einem Parkplatz zurück. Im Fahrzeug stellten Polizeibeamte die Tüte mit Schmuck sicher. In der Nähe fanden Beamte zudem von den Tätern zurückgelassene Kleidung. Im Rahmen der Fahndung setzte die Polizei unter anderem auch einen Hubschrauber und SE-Kräfte ein. Angeforderte Man-Trailer Hunde nahmen in Recklinghausen eine Geruchsspur auf und folgten dem weiteren Fluchtweg, den die Täter zu Fuß zurück legten bis zum Bahnhof. Während der Fahndung wurden Anwohner und Schüler nahe gelegener Schulen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben.Ein Täter wird wie folgt beschrieben: männlich, ca. 30-40 Jahre alt, etwa 175-180 cm groß, kurze braune Haare, dunkler Teint, bekleidet mit heller Jacke, heller Mütze, dunklem Schal, insgesamt sehr gepflegte ErscheinungHinweise erbittet das zuständige Fachkommissariat für Raubdelikte unter der Telefonnummer 02361/55-0.

