
Herten. Auch Herten kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Vor dem Abteufen der Zeche Ewald hatte die Landgemeinde gerade mal 900 Einwohner. Dann begann die Migration und bereits um 1900 stieg die Zahl der Einwohner eklatant. 12.000 Einwohner hatten ihren Wohnsitz in der Zechenstadt. Eine erste Selbstverwaltung als Mairie kam unter napoleonischer Herrschaft. 1926 – also ebenfalls ein Jubiläum – wurden Scherlebeck, Langenbochum und Disteln eingemeindet. Ebenso wurden drei weitere Schachtanlagen abgeteuft. Dieser Umstand brachte den damaligen Verkehrsverein dazu, die Ernennung zur Stadt zu fordern. Zur Begründung verwiesen die Verantwortlichen auf die Größe, die Bevölkerungszahl, die Infrastruktur und das Bildungsangebot. Doch einer der Hauptgründe war die Angst, Herten könnte beispielsweise von Recklinghausen einverleibt werden. Eine breite öffentliche Diskussion war die Folge. Bis sich der Bürgermeister von Kleinsorgen einschaltete, der verfügte: „Eine Weiterverfolgung kommt nicht in Frage.“
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte der Verkehrsverein das Thema Stadtwerdung erneut auf die Tagesordnung. Am 16. Januar 1936 wurde der Ehrenbürgerbrief an Adolf Hitler überreicht. Der Antrag der Gemeindeverwaltung auf Stadtwerdung folgte am 23. Januar an den Oberpräsidenten der sich grundsätzlich einverstanden erklärte. Auch die Wappenfrage wurde geklärt. Herten hat seit dem 8. Juni 1936 das Recht ein Wappen zu führen. Aus propagandistischen Zwecken wird der Gemeinde Herten am 20. April (Hitlers Geburtsag) das Recht erteilt die Bezeichnung Stadt zu führen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Zechenstadt etwa 35.000 Einwohner. Die Urkunde wurde durch den Oberpräsidenten im Eden-Theater am 16. Juni 1936 überreicht.

