Vest. „Wo gesungen wird, da lass dich nieder – böse Menschen haben keine Lieder.“ Gilt dieser Spruch jetzt auch für Kindergärten und Kindertagesstätten? Die Gesellschaft für musikalische Aufführungen und Vervielfältigungen (GEMA) hat den Kindergärten im Kreis jetzt einen Bescheid zukommen lassen, nachdem die Kindergärten eine pauschale Abgabe für die Herausgabe von Kopien von Liednoten zu zahlen haben. Die Städte im Kreis fühlen sich davon allerdings nicht betroffen. Denn Oer-Erkenschwick hat keinen städtischen Kindergarten, Datteln nur einen und der verteile keine Noten.Herten beruft sich auf den Hinweis des Städte-und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen und wartet erst einmal die Verhandlungen ab. Der Städte und Gemeindebund stellt klar, dass es sich nur um Liedtexte und – noten handelt, deren Urheber noch leben beziehungsweise nicht länger als 70 Jahre verstorben sind.In Dorsten hat man der Verwertungsgesellschaft mitgeteilt, dass keine internetfähigen Rechner – und schon gar nicht mit Brennern ausgestattet – in den Kindergärten stehen. „Bei uns werden Kinderlieder einstudiert, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen oder selbst erfunden“, erklärt Pressesprecherin Lisa Baukorn. Mit Blick auf das Lesevermögen der Kinder und die Nichtverfügbarkeit von Kopierern habe man die Argumentation untermauert.Die Träger der Kindertagesstätten wie AWo, Caritas und Diakonie warten erst einmal die Verhandlungen der Spitzenverbände ab.Für Kindergärtnerin Lisa Scheewe vom Kindergarten „Unterm Regenbogen“ ist die Marschrichtung klar. „Wir verteilen keine Noten an die Kinder und ihre Eltern. Allenfalls werden Liedtexte abgeschrieben.“ Sandra Schubert, Pressesprecherin der AWo für den Bezirk, rät allen Kindergärten, ebenso vorzugehen.

