
Dorsten (eib). Die ersten spontanen Reaktionen (von begeisterter Zustimmung bis erschrockener Ablehnung) sind verhallt, die Meinungen nähern sich: Was sich aus dem Zechengelände in Hervest-Dorsten entwickeln soll, ist eine gute Grundidee, in dem die Dorstener noch ihre eigenen Vorstellungen einbringen können.
Dieses erste Fazit darf man insbesondere nach der Bürgerversammlung der SPD Hervest-Dorsten ziehen. Denn Bürgermeisterkandidat Dr. Hand-Udo Schneider hatte sich zunächst höchst skeptisch gezeigt.
Aber viele Forderungen der lokalen SPD gegenüber den alten Plänen der Entwicklungsgesellschaft Fürst Leopold seien nun eingeflossen.
Der SPD-Fraktionschef Heinz Denniger lobt den geplanten Kreisverkehr und den zentralen Parkplatz und damit die Anbindung an den Harsewinkel. Auch die Kaufmannschaft lobte das Konzept, hat aber auch noch eigene Wünsche. Margitta Gellermann-Renner forderte, die „Neue Mitte Hervest“ dürfe künftig nicht nur auf dem Zechengelände stehen. Der Projektentwickler der Tempelmann-Gruppe (die das 12 ha große Gelände gekauft hat), Ralf Ehlert, gab ihr Recht: Von einem „sterbenden Harsewinkel“ hätten auch die Projekte auf dem Leopold-Gelände nichts. „Beide müssen voneinander profitieren.“
Die umfangreiche Ansiedlung von Kunst und Kultur bringe dem Ortsteil nichts, hat die SPD Bedenken. Davon würden eher Ortsfremde als Hervester Bürger profitieren. Nicht nur Dr. Hans-Udo Schneider stellte die Frage nach der Nachhaltigkeit.
Begrüßt wurden die Freizeitmöglichkeiten (Gastronomie, Musik und Foto, Billard und Bowling). Das sei auch ein Angebot für die Hervester Jugend. Allerdings würden damit nicht alle erreicht. Man müsse deshalb über weitergehende Angebote nachdenken für nicht so einfach zugängliche Jugendliche. Die sollte man zügig anderswo im Ortsteil entwickeln.
Zufriedenheit auf der SPD-Versammlung, dass schon in diesem Jahr mit den ersten Bauarbeiten begonnen werde. Und dass die wertvolle Gebäudesubstanz erhalten bleibe. Architekt Thomas Boos: „In dieser Dichte ein Alleinstellungsmerkmal, das keine andere Entwicklungsfläche aufweist.“
Widerstand gibt es allerdings gegen den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung Halterner/Joachimstraße. Der mache nur Sinn, wenn die geplante Brückenquerung (über Lippe und Kanal) in Hervest realisiert werde. 20.000 Fahrzeuge neben Schule, Kindergarten und Kirchenzentrum seien nicht zu verantworten. Dennoch erwartet man, dass die Entwicklung die erhoffte Entlastung der Halterner Straße bringen wird.
Die Diskussion geht weiter, versicherte Ralf Ehlert.

