Wassermangel und klimatische Extrembedingungen belasten das Gewässerökosystem
Marl. Wassermangel und Hitze führten zu erhöhtem Fisch- und Vogelsterben im Loemühlenteich. Behörden und Feuerwehr reagierten mit Rettungsmaßnahmen, darunter das Einschalten von Sprudlern und die Verbesserung des Wasserzuflusses.
Nach dem Fund zahlreicher verendeter Tiere im Loemühlenteich haben das Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie der Zentrale Betriebshof (ZBH) der Stadt Marl umfassende Krisen- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Die Behörden reagieren damit auf ein akutes ökologisches Ungleichgewicht, das maßgeblich durch die lang anhaltende Hitzeperiode und den damit verbundenen akuten Wassermangel verschärft wurde.
Bereits am vergangenen Wochenende führten besorgte Meldungen aus der Bevölkerung über gesichtete tote Tiere zu einem ersten Einsatz. Am gestrigen Montagmittag (6. Juli) begingen Fachkollegen des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit gemeinsam mit Vertretern des ZBH das Areal, um die Lage vor Ort zu sondieren.
Feuerwehr ist vor Ort
Gegen Montagabend verschärfte sich die Situation im Stadtteich. Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, nachdem eine Vielzahl toter Enten und auch einige Fische an der Wasseroberfläche und im Uferbereich entdeckt worden waren. Über mehrere Stunden sammelten die Einsatzkräfte insgesamt 16 tote Enten aus dem Teich.
Der Vorfall wurde unverzüglich den zuständigen Kontroll- und Aufsichtsbehörden der Bezirksregierung gemeldet, um das weitere Vorgehen engmaschig abzustimmen. Eine erneute Kontrollbegehung durch das zuständige Amt am Dienstagmorgen ergab, dass aktuell keine weiteren verendeten Tiere mehr zu sehen sind. Als Hauptursache für das plötzliche Umkippen des biologischen Gleichgewichts gilt die seit Wochen anhaltende, extreme Hitzeperiode.
Diese sorgt für eine starke Erwärmung des Wassers, was physikalisch die Sauerstoffaufnahmekapazität des Teichs drastisch minimiert. Verschlimmert wird dieses Phänomen durch den extrem niedrigen, wenn auch noch nicht kritischen Wasserstand. Das Hauptproblem liegt im nahezu vollständig zum Erliegen gekommenen Zufluss aus dem speisenden Loemühlenbach. Durch das Ausbleiben von kühlem, sauerstoffreichem Frischwasser kann sich das stehende Gewässer nicht mehr eigenständig regenerieren.
Sprudler mit voller Leistung
Um dem vorzubeugen, laufen beide Sprudler weiterhin mit maximaler Leistung. Kurzfristig wird darüber hinaus versucht, den Zufluss aus dem Loemühlenbach geringfügig zu vergrößern.
Die versandete Fläche unmittelbar hinter dem Zulauf stellt zwar eine wichtige und schützenswerte Aufenthaltsfläche für die lokalen Wasservögel dar, verhindert momentan jedoch das ungehindert Einfließen des spärlichen Frischwassers in den Teich. Hier soll kurzfristig eine Rinne geschaffen werden, um den Zufluss gezielt zu leiten.

